JUGENDCAMP: Wo Wasserratten rudern

In Arbon stechen diese Woche täglich 30 Jugendliche in See. Während eines vom kantonalen Sportamt organisierten Lagers dürfen sie sich in verschiedenen Wassersportarten versuchen.

Larissa Flammer
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Eine der vier Sportarten, die diese Woche ausprobiert werden dürfen, ist Rudern. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Eine der vier Sportarten, die diese Woche ausprobiert werden dürfen, ist Rudern. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Schlafen in der Zivilschutzunterkunft, Hin- und Rückweg mit dem Velo, verschiedene Wassersportarten jeweils vormittags und nachmittags und polysportives Programm am Abend. Das Sportamt des Kantons Thurgau hat ein anspruchsvolles Wassersportcamp organisiert. Trotzdem ist das Lager, das diese Woche in Arbon stattfindet, ausgebucht – genau wie die übrigen Thurgauer Jugendsportcamps bisher in diesem Jahr. «Die Anmeldezahlen sind immer etwas unterschiedlich», sagt Peter Bär, Chef des kantonalen Sportamts. Umso mehr freut er sich, dass die Camps in diesem Jahr so viel Anklang finden. «Sogar aus dem Aargau haben sich Jugendliche angemeldet.» Da der Thurgau an einem grossen See liege, würden hier etwas speziellere Sportarten angeboten werden können als anderswo.

Gut 30 Jugendliche fahren diese Woche täglich von ihrer Unterkunft in Frasnacht an den Bodensee. «Sie scheinen dauernd Energie zu haben. Wir sind froh, wenn sie am Abend schlafen», sagt Stephanie Müller. Sie ist J+S-Leiterin und Gesamtverantwortliche des Jugendcamps Wassersport. Rudern, Kajakfahren, Segeln und Windsurfen stehen auf dem Programm. Zudem dürfen die Jugendlichen ständig baden. «Wir haben’s lustig», bilanziert Müller.

Mauersprung und Eskimorolle

Die Gruppe der Kajakfahrer ist am Dienstagvormittag besonders aufgestellt. Vor allem die jungen Männer zeigen gerne ihre gelernten Tricks. Die Eskimorolle – das Kentern und wieder Aufrichten des Kajaks – scheint besonders schwierig zu sein. Immer wieder sieht man nur noch eine Hand aus dem Wasser neben dem umgedrehten Gefährt ragen; das Zeichen für die Leiter, dem Jugendlichen zu helfen.

Viel Mut braucht der Sprung von der gut zwei Meter hohen Hafenmauer – denn die Teilnehmer sitzen dabei in ihrem Kajak! Trotzdem wagen auch einige jungen Frauen das Manöver. Und freuen sich dank der genauen Anleitung über ein gelungenes Eintauchen ins Wasser.

Jugendcamps können dank Kantonssubventionen und J+S-Bundesgelder preiswert angeboten werden. Die Woche in Arbon kostet jeden Jugendlichen samt Verpflegung 400 Franken. «Dabei können wir immer wieder auf ehrenamtliche Helfer oder Entgegenkommen zählen», sagt Sportamtchef Bär. So stelle etwa der See Club Arbon dem Camp sein Bootshaus für diese Woche zur Verfügung.

Lager unterstützen ­suchtmittelfreien Sport

Vereinzelt nehmen in diesem Jahr auch Jugendliche an Sportcamps teil, die dadurch besser integriert werden. «Das finde ich sehr wertvoll», sagt Bär. Die Jugendlichen hätten sich aber dafür bemühen und etwa Sponsoren für ein Velo suchen müssen, damit sie den Weg von der Zivilschutzunterkunft an den See zurücklegen können.

Die Jugendsportcamps befolgen das «cool and clean»-Präventionsprogramm. Das Label steht für suchtmittelfreien Sport und einen respektvollen Umgang untereinander. Wie das Sportamt Thurgau mitteilt, wurden mit den Lagerteilnehmenden die entsprechenden Abmachungen getroffen.