Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Jetzt kommen die Abstimmungen

FRAUENFELD. Mehr als 5000 Thurgauerinnen und Thurgauer haben sich via Unterschrift für den Schutz des Kulturlandes ausgesprochen. Gestern hat das überparteiliche Komitee die beiden Kulturland-Initiativen eingereicht.
Michèle Vaterlaus
Josef Gemperle betont bei der Übergabe der Unterschriften: «Ein Quadratmeter Land wird in der Schweiz pro Sekunde verbaut.» (Bild: Michèle Vaterlaus)

Josef Gemperle betont bei der Übergabe der Unterschriften: «Ein Quadratmeter Land wird in der Schweiz pro Sekunde verbaut.» (Bild: Michèle Vaterlaus)

«5000 Unterschriften: Damit sind wir deutlich über dem geforderten Minimum von 4000 Unterschriften», sagt Josef Gemperle. Der CVP-Kantonsrat gehört mit Toni Kappeler (Grüne), Andreas Guhl (BDP) und Alex Frei (CVP) zum Präsidium des Initiativkomitees der Kulturland-Initiativen – einer Verfassungs- und einer Gesetzesinitiative. Diese haben sie gestern, einen Tag vor Ablauf der Sammelfrist, bei der Staatskanzlei eingereicht.

Ein holpriger Start

Das Sammeln der Unterschriften ist zuerst holprig angelaufen. «Wir haben im Winter angefangen. Das ist eine schwierige Jahreszeit. Weil es draussen kalt ist, trifft man weniger Leute», sagt Gemperle. Doch knapp 1000 Unterschriften habe man allein an einem Wochenende in Wängi gesammelt. «Wir sind auf viele positive Feedbacks gestossen. Einige waren fast enttäuscht, dass sie nicht unterschreiben konnten, weil sie keine Thurgauer waren.»

Obwohl der Thurgauer Bauernverband die Initiative offiziell nicht unterstützt, hat das Komitee vor allem bei Bauern offene Türen eingerannt. Denn die Initiativen wollen die Zersiedelung stoppen und damit Kulturland schützen. In der Verfassungsinitiative «Ja zu einer intakten Thurgauer Kulturlandschaft» ist dieses Ziel formuliert. Um eine Verwässerung zu verhindern, wird sie von der Gesetzesinitiative «Ja zu einer nachhaltigen Thurgauer Raumplanung» begleitet, in der konkrete Massnahmen enthalten sind.

Keine Einzonungen mehr

Im Thurgau soll nämlich kein zusätzliches Bauland mehr eingezont werden und wenn, dann nur so viel, wie auch gleich wieder ausgezont wird. «Derzeit wird ein Quadratmeter pro Sekunde in der Schweiz verbaut», sagt Gemperle und zeigt auf ein Bündel mit Ähren, die Andreas Guhl extra noch mitgebracht hat: «Das ist genau so viel.»

Obwohl es immer mehr Menschen gibt, müsse man nicht mehr Land einzonen. Sondern bestehende Baulandparzellen optimal beziehungsweise verdichtet nutzen. Die Idee der Initianten ist es, dass beispielsweise ältere Gebäude durch Neubauten ersetzt werden, welche die Bauzone besser ausnutzen und energetisch auf dem neuesten Stand sind. Auch die Ausnützungsziffer soll abgeschafft werden. «Dachstöcke sollen einfach ausgebaut werden können. Da gibt es viele Kapazitäten im Thurgau.»

Unterschriften zählen

Nun muss der Regierungsrat das Zustandekommen der Initiativen bestätigen und die Unterschriften nachzählen. Danach hat der Grosse Rat ein Jahr Zeit, um über die Initiativen zu befinden: Befürwortet er sie oder nicht oder macht er gar einen Gegenvorschlag. Die Verfassungsinitiative gelangt in jedem Fall – vorausgesetzt sie wird nicht zurückgezogen – zur Abstimmung. Bis dahin dauert es aber mindestens ein Jahr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.