Jetzt hat Einbruch Hochsaison

KREUZLINGEN. Die Tage werden kürzer, und die Herbstferien stehen vor der Tür: Die Kantonspolizei Thurgau wappnet sich und warnt vor Einbrechern. Delikte lassen sich nicht ganz verhindern, aber man kann Kriminellen die Arbeit schwer machen.

Caspar Hesse
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Nicht nur ein Kreuzlinger bekam gestern abend einen Flyer von der Kantonspolizei Thurgau. Roland Lippuner und Carmen Schaller haben Schwachpunkte in der Einbruchprävention entdeckt. (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Nicht nur ein Kreuzlinger bekam gestern abend einen Flyer von der Kantonspolizei Thurgau. Roland Lippuner und Carmen Schaller haben Schwachpunkte in der Einbruchprävention entdeckt. (Bild: Nana do Carmo / TZ)

In fünf Winterzeitmonaten werden gleich viele Dämmerungseinbrüche begangen wie in den sieben restlichen Monaten. Und die Hochsaison der Kriminellen beginnt jetzt erst so richtig. Darum hat die Kantonspolizei Thurgau die Medien gestern eingeladen, um über Präventionsmöglichkeiten zu berichten. Beim abendlichen Spaziergang durch ein Kreuzlinger Quartier stellte die Polizei gestern ihre Arbeit vor und zeigte, worauf sie ein Augenmerk legt.

«Bei diesem Haus gibt es ein Schocklicht», sagt Kommandant Hans Baltensperger schon von weitem. Einbrecher scheuen im Normalfall den Kontakt zu ihren Opfern. Und wenn sie plötzlich im Licht stehen, kann dies immerhin den Nachbarn auffallen, wenn beim potenziellen Opfer niemand zu Hause ist.

Polizei bietet Gratisberatung

«Nur einer von hundert nervt sich, wenn wir auf mangelnde Prävention hinweisen.» Dies sagt René Lang, der Chef des Kantonspolizeipostens Kreuzlingen. Auf ihren Patrouillen gehen Polizisten durchs Quartier und nehmen Kontakt mit der Bevölkerung auf, wenn sie das Gefühl haben, dass Einbrecher allzu leichtes Spiel hätten.

Und wer einen Flyer von der Polizei in seinem Briefkasten vorfindet, kann davon ausgehen, dass die Polizei das Haus genau angeschaut hat. «Wir haben keine Zeit für Streusendungen», sagt Lang. Wer sich dann an die Polizei wendet, erhält gratis «Basis-Einbruchschutzberatungen», wie Daniel Meili, Mediensprecher und Spezialist im Fachbereich Prävention der Kantonspolizei, gestern ausführte.

Im Gegensatz zum Ausland gibt es in der Schweiz keine Vorschriften für Bauherren bezüglich Einbruchsschutz, wie Meili sagt. «Das ist natürlich alles eine Kostenfrage.» Das soll Hausbesitzer jedoch nicht davon abhalten, selber die Initiative zu ergreifen.

Verlagerung in Wohnbereich

Die Kantonspolizei hat Daten und Fakten der Jahre 2010 bis 2013 zur Einbruchkriminalität aufgearbeitet. Daraus geht hervor, dass es einen Trend zur Verlagerung von Einbrüchen vom Geschäfts- in den Wohnbereich gibt.

Bei fast allen Seriendelikten stammen die Täter aus Rumänien, Litauen und Ex-Jugoslawien oder es seien Schweizer mit Migrationshintergrund (Ex-Jugoslawien), wie Baltensperger sagt. Vorabklärungen über die Tatobjekte würden oft über hier ansässige Landsleute laufen.

Die Kantonspolizei ruft deshalb dazu auf, verdächtige Personen dem Polizeinotruf 117 zu melden – lieber einmal zu viel als zu wenig. Man müsse sich dabei nicht als Denunziant fühlen, sagt Baltensperger. Dabei wurden auch schon Polizisten in Zivil von Anwohnern verdächtigt. Die Polizei patrouilliert aber auch in Uniform. Dies dient der Abschreckung und somit der Prävention.

Konkrete Tips auf www.kapo.tg.ch.