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Jassen und Holzen hält Körper und Geist gesund

Pure Festlaune herrschte am Samstagnachmittag in der Scheune der Familie Hunkeler ob Eschenz: Senior Ernst Hunkeler liess sich zu seinem 90. Geburtstag gebührend feiern. Auch der Gemeindepräsident gratulierte dem Dorforiginal.
Ernst Hunkeler
Monika und Ernst Hunkeler vor den 90 nachts aufgestellten Glücksschweinchen von Schreiner Bantli. (Bild: Ernst Hunkeler)

Monika und Ernst Hunkeler vor den 90 nachts aufgestellten Glücksschweinchen von Schreiner Bantli. (Bild: Ernst Hunkeler)

Er hat seine Schäfchen im Trockenen, der Ernst Hunkeler - und dies im wahrsten Sinne des Wortes: Aus seiner Tätigkeit als Bauer hat er fünf Schafe ins Stöckli mitgenommen, das er 1989 neben seinem Hof bauen liess, als er diesen Sohn Felix überschrieb. «Arbeit bedeutet für mich Glück und Zufriedenheit», räsoniert der Jubilar und lässt mit seinem spitzbübischen Lächeln durch-blicken, dass dies auch heute noch gilt. 90 wurde der Jubilar am 13. Oktober, das Fest mit 80 Gästen aus der halben Schweiz stieg dann am Samstag. Und es war zudem die Feier zur diamantenen Hochzeit mit Monika. In der Scheune die Geburtstagsgesellschaft samt den Jagdhornbläsern Hochwacht von der Jagdgesellschaft Eschenz-Hüttwilen, die für den musikalischen Rahmen sorgte. Und im Mittelpunkt der nach wie vor unglaublich rüstige Jubilar, der in unnachahmlicher Art in seinem unerschöpflichen Anekdotenschatz kramte.

Als Ernst Hunkeler 1926 geboren wurde, war Eschenz noch ein kleines Bauerndorf. Zu den Landwirten gehörten auch die Eltern des Jubilaren, die mit ihren neun Kindern 1943 schliesslich jene Heimstätte bezogen, die dem damals 17jährigen Ernst dann für immer Heimat bleiben sollte: den Bauernhof Fernblick, von dem aus der Blick weit über den Untersee schweift. Die Eschenzer seien «ein gmögiges Volk». Mit vielen von ihnen feierte Hunkeler nun seinen Neunzigsten. Unter den Gästen Gemeindepräsident Claus Ullmann mit Gattin Priska. Er würdigte den Jubilaren als Original im besten Sinne und einen der wohl bestbekannten Eschenzer in einer ebenso persönlichen wie pfiffigen Laudatio. «Eschenz ist ein Teil von mir», ergänzte der Geehrte, und man glaubt ihm aufs Wort, wenn er von seinem Lieblingsort erzählt, der Insel Werd. Da hat er schon Holz geschlagen, als der rumänische Erzbischof Raymund Netzhammer noch dort im Exil lebte. Während fast 40 Jahren sang er im Männerchor, als Jasser gewann er bis dato so manches Turnier.

Und beruflich? Vor allem die Baumpflege hatte es ihm angetan. Mit Traktor, Säge, Schere und Spritzfass betreute er Obstbäume hinauf bis nach Berlingen, in Richtung Diessenhofen und über den Seerücken bis fast nach Frauenfeld. Noch im vergangenen Winter schnitt er Bäume – allerdings, wie er wehmütig seufzt, zum unwiderruflich letzten Mal. Doch Jassen und Holzen werden ihn wohl locker auf die 100 zu marschieren lassen.

Der Autor ist zwar sein Namensvetter, aber mit dem Jubilaren nicht näher verwandt.

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