Jagdaufseher erschiesst blindes Reh in einem Frauenfelder Garten

Ein Reh suchte zwei Wochen lang Zuflucht in einem Garten an der Irchelstrasse in Frauenfeld. Jetzt ist es tot.

Rahel Haag
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Krankes Reh: Das Tier kam regelmässig in den Garten, um zu fressen. (Bild: Josef Winiger)

Krankes Reh: Das Tier kam regelmässig in den Garten, um zu fressen. (Bild: Josef Winiger)

FRAUENFELD. Er habe das Reh in den vergangenen zwei Wochen regelmässig bei sich und auch in benachbarten Gärten beim Fressen beobachtet, sagt Josef Winiger aus Frauenfeld. «Ich dachte, dass es bei dem vielen Schnee im Wald nicht genug Essbares findet.» Das Tier hatte sogar die Nacht in seinem Garten an der Irchelstrasse verbracht. «Gestern gegen acht Uhr ist es aufgestanden, hat sich geputzt und angefangen zu fressen», sagt er. Dann habe es plötzlich geknallt.

Erschossen wurde das Reh von Christian Haffter, Jagdaufseher im Revier Thundorf West (Stählibuck). Er habe das Reh bereits seit rund 14 Tagen gesucht, erklärt er. «Es war blind, und wir haben auch immer wieder Durchfall-Kot gefunden.» Man habe das Tier so schnell wie möglich von seinem Leid erlösen wollen. «Zwischen den Häusern war es aber heikel.» So habe Haffter rund siebenmal ausrücken müssen, bis sich gestern endlich die Gelegenheit zum endgültigen Schuss bot, ohne dabei jemanden zu gefährden.

Als er das tote Tier aus dem Garten schleppen wollte, kam Winiger dazu, und er habe ihm die Sachlage erklärt. «Natürlich verstehe ich, dass das Reh erschossen werden musste», sagt der Rentner. Aber es sei schön gewesen, das Tier vom Wintergarten aus beobachten zu können.

Nun werde der Kadaver untersucht. «Nach Möglichkeit wird das Fleisch verwertet», sagt Haffter. Vielleicht sei aber die Lunge von Würmern befallen. «Dann muss es in die Kadaver-Verbrennung.»