Jäger mit 500 Franken gebüsst

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Bundesgericht Die Justiz von Appenzell Innerrhoden hat einen Jäger zu Recht gebüsst, weil er aus spitzem Winkel von hinten auf eine Hirschkuh geschossen hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jäger vor, sich im Herbst 2013 zusammen mit einem Jagdkollegen unweidmännisch verhalten zu haben, weil sie sechs Schüsse auf ein Schmaltier – eine junge Hirschkuh – und eine Hirschkuh abgaben. Das Bezirksgericht Appenzell Innerrhoden verurteilte den Jäger wegen fahrlässiger Verletzung von Bestimmungen der Jagdverordnung zu einer Busse von 500 Franken, wobei es ihn bezüglich des Schmaltiers freisprach. Das erlegte Wild zog das Gericht zu Eigentum des Kantons Appenzell Innerhoden ein.

Ein Streit um den Wildbreterlös

Eine dagegen erhobene Berufung wies das Kantonsgericht Appenzell Innerrhoden im April 2016 ab. Der Jäger rief hierauf das Bundesgericht an. Er beantragte in Lausanne, vom Vorwurf des unweidmännischen Verhaltens vollumfänglich freigesprochen zu werden. Ausserdem forderte er, der Wildbreterlös für das Schmaltier sei ihm auszuhändigen. Die Richter in Lausanne haben beide Forderungen nun jedoch abgewiesen.

Die Verurteilung erfolgte zu Recht, weil ein Fangschuss, das heisst ein Schuss zum Erlegen eines schwer verletzten oder nicht unmittelbar tödlich getroffenen Wildes, nicht vorlag. Der Jäger hatte nämlich in einem Zeitpunkt auf die Hirschkuh geschossen, als diese zwar flüchtig, aber nicht angeschossen war. Erst der nachfolgende Schuss seines Jagdkollegen traf die Hirschkuh tödlich.

Entgegen der Auffassung des Jägers war es auch nicht willkürlich, das Wildbret des Schmaltiers zuhanden des Kantons einzuziehen, hält das Bundesgericht weiter fest. Der Jäger muss die Gerichtskosten von 2000 Franken bezahlen. (tzi)

Urteil 6B_702/2016