Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

JÄGER: Ein Rückzieher auf der Ziellinie

Der ursprüngliche Kandidat zur Wahl als Präsident von Jagd Thurgau wirft im letzten Moment die Flinte ins Korn und tritt zurück. Damit verhindert er, dass ein persönlicher Streit in die Versammlung getragen wird.
Silvan Meile
Die Jagdhornbläser von Jagd Thurgau stimmen auf die Generalversammlung im «Thurgauerhof» in Weinfelden ein. (Bild: Urs Bucher)

Die Jagdhornbläser von Jagd Thurgau stimmen auf die Generalversammlung im «Thurgauerhof» in Weinfelden ein. (Bild: Urs Bucher)

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Jäger haben Feinde. Doch nicht immer sind es radikale Tierschützer, die den Waidmännern das Leben schwer machen. Der Widersacher kann auch aus den eigenen Reihen kommen. Einen solchen Fall erlebte am Samstag die Generalversammlung von Jagd Thurgau. Im Weinfelder «Thurgauerhof» hätte Vorstandsmitglied und Jurist Robert Hess als neuer Verbandspräsident gewählt werden sollen. Zwei Jahre lang hat der amtierende Präsident Bruno Ackermann, wie er in seinen Begrüssungsworten erklärte, Hess als seinen Nachfolger aufgebaut.

Doch dann kam es ganz anders: Statt sich zum Präsidenten wählen zu lassen, machte der Präsidentenkandidat einen Rückzieher und trat an der Versammlung aus dem Verbandsvorstand zurück. Er reagierte damit auf die Drohung eines Jägers, der mit Hess noch eine private Rechnung offen hat.

Schmid neuer Präsident, Ackermann Ehrenpräsident

Präsident Ackermann, der sein Amt nach neun Jahren gerne in jüngere Hände übergeben hätte, bedauerte diesen Rückzug «kurz vor der Ziellinie». Hess entschied sich für seinen konsequenten Abgang aus der Chefetage des Verbandes, weil er nicht wollte, dass persönliche und private Streitereien an der Versammlung ausgetragen und somit öffentlich werden. Denn genau dies wurde ihm von einem Verbandsmitglied angedroht.

Hess’ Rückzug sorgte für einige verwirrte Gesichter unter den Versammlungsteilnehmern. Dem Vernehmen nach dreht sich der Streit um eine offene Rechnung im Zusammenhang mit einem Auslandaufenthalt, die der drohende Jäger offenbar nicht bereit ist, zu begleichen.

Die Verbandsmitglieder wählten schliesslich Vizepräsident Walter Schmid einstimmig zu ihrem neuen Präsidenten. Als seine erste Amtshandlung schlug dieser erfolgreich die Wahl seines Vorgängers Bruno Ackermann zum Ehrenpräsidenten vor. Dafür gab es Applaus. Und die Ehrenfanfare erklang. Die Jagdhornbläser hatten zuvor bereits aufgrund zahlreicher Jubiläen und anderen Ehrungen einiges zu tun. Ihnen wurde für die vielen Einsätze mit einem Schnaps gedankt.

Thurgauer leisten Zürcher Kollegen Schützenhilfe

Einen Gruss von der Regierung überbrachte Regierungsrätin Cornelia Komposch. Sie sprach den Fall Affeltrangen an, wo ein Jäger zwischen Weihnachten und Neujahr versehentlich vier Schafe erschoss und drei weitere so schwer verletzte, dass sie notgeschlachtet werden mussten. «Das muss Konsequenzen haben.» Die Jagdverwaltung prüfe einen Entzug des Jagdscheines, «aber nicht ohne dem Schützen das Recht auf Gehör zu geben». Der betroffene Jäger tue ihr Leid, in Schutz nehmen wolle sie ihn aber nicht, sagte Komposch. Der frisch gewählte Präsident Schmid erklärte später am Rande der Versammlung, dass der fehlbare Jäger vom Verband ausgeschlossen werde. Es seien fundamentale Regeln der Jagd verletzt worden. Ein Jäger müsse wissen, auf was er schiesst.

Im Kanton Zürich schiessen die Jäger derzeit mit schwerem Geschütz gegen die kantonale Initiative zur Abschaffung der Milizjagd. «Diesen Abstimmungskampf müssen wir gewinnen», sagte Christian Jaques, Präsident von Jagd Zürich zu seinen Thurgauer Kollegen. Es sei eine wirkungsvolle und bis zu 400000 Franken teure Kampagne aufgegleist. Der Ausgang dieser Abstimmung könnte auch Auswirkungen auf andere Kantone haben. Gemäss Jaques dürfte die Initiative im November an die Urne kommen. Jagd Thurgau entschied sich einstimmig, den Zürcher Kollegen mit einem «Unterstützungsbeitrag zur Solidarität» von 10000 Franken im Abstimmungskampf zur Seite zu stehen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.