ITTINGEN: Missglückte Planung kostet Thurgau 1,2 Mio. Franken

Die missglückte Planung für den Erweiterungsbau des Thurgauer Kunstmuseums kostet den Kanton insgesamt 1,16 Millionen Franken. Mit einer zweiten Teilzahlung in der Höhe von 579'700 Franken an die Stiftung Kartause Ittingen will der Regierungsrat einen Neustart machen.

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Blick in die Kartause Ittingen, wo das Kunstmuseum steht. (Bild: Andrea Stalder)

Blick in die Kartause Ittingen, wo das Kunstmuseum steht. (Bild: Andrea Stalder)

ITTINGEN. Der Kanton und die Stiftung hätten sich geeinigt, dass der Kanton der Stiftung zwei Drittel der zweiten Tranche von Planungs- und Projektierungskosten bezahle, teilte die Thurgauer Staatskanzlei am Freitag mit. Zusammen mit den bereits bezahlten Vorprojektierungskosten in der Höhe von 581'000 Franken und weiteren Aufwendungen von gut 70'000 Franken hat die missglückte Planung der Sanierung und des Erweiterungsbaus den Kanton insgesamt gut 1,2 Millionen Franken gekostet.

Neues Projekt definieren
Wie der Regierungsrat in der Antwort auf eine Interpellation unter dem Titel «Neues Kunstmuseum: Wie weiter?» schreibt, will er am Standort Kartause Ittingen und einem Gesamtpaket (Sanierung und Erweiterung) festhalten und ein neues Projekt definieren. Die neue Projektorganisation werde in den kommenden Monaten eingesetzt. Im Rahmen eines neuen Projektwettbewerbs könnten die bisherigen Planungsgrundlagen nützlich sein, heisst es in der Antwort weiter.

Falls sich eine Erweiterung als nicht machbar erweise, müsste das Projekt auf die Sanierung reduziert werden. Diese sei aus raumklimatischen und energetischen Gründen unumgänglich. «Ohne Sanierung verliert das Kunstmuseum das Gütesiegel für Leihgaben anderer Museen und damit seinen bisherigen Stellenwert», schreibt der Regierungsrat.

Projekt stand unter keinem guten Stern
Die Sanierung und Erweiterung des Kunstmuseums stand unter keinem guten Stern. Das Projekt musste gestoppt werden, nachdem eine Gruppe von Bürgern eine Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht hatte, weil der Kantonsrat einen Beitrag von 11,3 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds entnehmen wollte, statt den Kredit dem Volk zu unterbreiten. Das Bundesgericht hiess die Beschwerde Mitte April 2015 gut.

Bereits im Jahr 2012 machte die Regierung nach heftiger Kritik wegen des Ausschreibungsverfahrens einen Rückzieher und strich einen Objektkredit von 4,6 Mio. Franken für die Sanierung der bestehenden Ausstellungsräume wieder aus dem Budget. Die Stiftung Kartause Ittingen als Bauherrin hatte den Architekturauftrag vergeben, ohne einen Wettbewerb durchzuführen. (sda)