ISLIKON: Neue Fassade später als geplant

Das Geld ist da, das Baugesuch wird eingereicht. Doch die Stiftung Greuterhof verschiebt die Sanierung ins Jahr 2020. Aus Rücksicht auf den Hotel- und Seminarbetrieb, der sich zuerst etablieren möchte.

Stefan Hilzinger
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Die Westfassade (links) und die Südfassade gegen die Hauptstrasse hin will die Stiftung als erstes sanieren. (Archivbild: Nana do Carmo)

Die Westfassade (links) und die Südfassade gegen die Hauptstrasse hin will die Stiftung als erstes sanieren. (Archivbild: Nana do Carmo)

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Das Ende des «Unterhof» in Diessenhofen als Seminarhotel Ende 2014 kam für das 2015 frisch eröffnet Hotel Greuterhof in Islikon zur rechten Zeit. «Viele Firmen aus dem Raum Winterthur verlegten ihre Anlässe in den noch jungen Betrieb», weiss André Jäger, Präsident der Stiftung Greuterhof. Das ländliche Business- und Seminarhotel in der um- und ausgebauten Scheune gibt der Stiftung nun einen Anlass, die für nächstes Jahr geplante Aussensanierung um zwei Jahre zu verschieben.

Denn der Hotelbetrieb verfügt nicht über eigene Seminar- und Gruppenräume. Sie ist hier Mieterin der Stiftung, welche das historische Fabrikgeviert bewirtschaftet. «Ein Betriebsunterbruch wegen der Bauarbeiten wäre für ein so junges Seminarhotel äusserst ungünstig», sagt Jäger. Bereits hätten deswegen für nächstes Jahr einige Anfragen zurückgewiesen werden müssen. Angesichts dessen sei der Stiftungsrat zum Schluss gekommen, den Beginn der Arbeiten in den Sommer 2020 zur verschieben.
 

Eine Investitionssumme von 1,6 Millionen Franken

Die Stiftung Greuterhof weiss seit geraumer Zeit, dass eine Sanierung von Dach und Aussenhülle dringend ansteht. Seit der Jahresversammlung 2016, als das Bauvorhaben zur Sprache kam, hat sich einiges getan.

Dank Unterstützung vom Kanton Thurgau, der Gemeinde Gachnang und verschiedener Stiftungen ist das Geld mitt­lerweile beisammen. Knapp 900000 Franken schlagen für die Instandstellung von Dach sowie West- und Südfassade zu Buche. Für die Nord- und Ostfassade rechnete die Stiftung mit weiteren rund 700000 Franken. «Wir werden das Baugesuch noch in diesem Jahr bei der Gemeinde einreichen», sagt Jäger, der bei der Thurgauer Kantonalbank im Firmenkundengeschäft tätig ist. In der Verschiebung sieht er auch Vorteile. So werde die Sanierung nun nicht wie ursprünglich vorgesehen etappiert, sondern möglichst in einem Anlauf über die Bühne gehen können, mit nur einem Betriebsunterbruch statt zweien.

«Wir stehen in direktem Kontakt mit der Denkmalpflege und haben nebst einer Baukommission auch einen Restaurationsausschuss eingesetzt», sagt Jäger. Nach Abschluss der Aussensanierung gehe es im Innern des historischen Gevierts weiter. Auch hier nagt da und dort der Zahn der Zeit. Der stattliche Hof stammt aus der Zeit zwischen 1777 und 1799. Er gilt als eines der ältesten Fabrikgebäude der Schweiz. Der Textilunternehmer Bernhard Greuter errichtete eine Blaufärberei und liess künstliche Weiher anlegen, um Wasserkraft für die noch junge Industrie zu gewinnen. Greuter gilt auch als «Erfinder» des Latäri, der Lichterschwemme im Frühjahr.