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«Irland ist meine heimliche Sehnsucht»

Am 8. April startet auf SRF 1 die Serie «Auf und davon Spezial». Moderatorin Mona Vetsch trifft die Auswanderer wieder, die vor sieben und sechs Jahren in «Auf und davon» porträtiert wurden. Die 40-Jährige erklärt, warum sie selber nie auswandern würde.
Leandra Reiser
Mona Vetsch Journalistin und Moderatorin «Auf und davon Spezial» (Bild: pd/SRF)

Mona Vetsch Journalistin und Moderatorin «Auf und davon Spezial» (Bild: pd/SRF)

Frau Vetsch, worauf haben Sie sich beim Wiedersehen mit den Auswanderern gefreut?

Mona Vetsch: Ich war sehr gespannt, ob sich ihre Träume und Vorstellungen bewahrheitet haben. Es nahm mich wunder, ob sich die Auswanderer mittlerweile, da der Reiz des Neuen vergangen ist, an den fremden Alltag anpassen konnten. Erst nach einer gewissen Zeit zeigt sich, wer das wirklich kann. Es gab auch extreme Überraschungen.

Was für welche?

Vetsch: Das Schicksal hatte für alle noch ein paar Challenges parat. Einige hatten mit Naturkatastrophen zu kämpfen, andere mit örtlichen Wirtschaftskrisen. Es hat mich extrem beeindruckt, wie sich die Auswanderer trotzdem unerschütterlich arrangieren und improvisieren.

Wer wird in der ersten Folge zu sehen sein?

Vetsch: Familie Schönbächler, die nach Kanada ausgewandert ist. Dort überraschte mich am meisten, dass die Kinder fast kein Deutsch mehr konnten. Sie sprechen untereinander nur noch Englisch, obwohl die Eltern Berndeutsch mit ihnen reden. Dies zeigte mir, dass es für die Sprachbildung von Kindern offensichtlich wichtiger ist, was im äusseren Umfeld gesprochen wird.

Für die Sendung reisten Sie von Kanada über Peru bis nach Australien. Gehen Sie in den Ferien auch so weit weg?

Vetsch: Nein, wir bleiben lieber in der Nähe und besuchen dabei Freunde. Für die Kinder spielt die Ferne keine Rolle, die entdecken auch Spannendes im Nachbarort. Zudem würden lange Reisen nur Stress für sie bedeuten. Für uns ist das Val Müstair Abenteuer genug.

Wollten Sie nie selber auswandern?

Vetsch: Nein, nie. Das, was für mich wichtig ist, finde ich alles in der Schweiz. Ich hätte auch zu viel Respekt davor, mit der Familie irgendwo ganz neu anzufangen. Was mich aber reizen würde, ist, phasenweise an einen anderen Ort abzutauchen, oder für eine gewisse Zeit ein anderes Leben zu leben.

Wenn Sie trotzdem wählen müssten: Wohin am liebsten?

Vetsch: Nach Irland, das ist schon seit meinen Teenagerjahren eine heimliche Sehnsucht. Ich war schon ein paar Mal dort; das Düstere, ein wenig Schroffe und doch Herzliche dieses Landes sagt mir zu. Vom Naturell her zieht es mich ausserdem generell eher in den Norden als in den Süden.

Gibt es einen Ort, wo Sie noch nie waren, aber gerne hingehen würden?

Vetsch: Island. Oder Japan, das hat einen total eigenen Charme.

Sie sagten, Sie würden gerne in ein anderes Leben schlüpfen. In welches?

Vetsch: Mich würde reizen, eine Grossfamilie zu gründen. Das mache ich vielleicht im nächsten Leben. Mich interessieren eigentlich immer die Leben, die ich selbst nicht habe – wie eben auch diese der Auswanderer.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Vetsch: «Don't hope, cope!» Das ist von Tomi Ungerer. Hoffe nicht, sondern werde fertig damit – das passt gut zu mir. Ich überlege nicht weit in die Zukunft, sondern versuche, das Beste aus dem Hier und Jetzt zu machen.

Sie leben seit vielen Jahren in Zürich, sind aber die wohl bekannteste Thurgauerin.

Vetsch: Hierbei bemerkte ich ein lustiges Phänomen: Erst wenn man weg ist, wird man mit seiner Herkunft identifiziert. Ich fühle mich erst als Thurgauerin, seit ich nicht mehr hier wohne. Dasselbe war auch bei vielen Auswanderern der Fall. Sie wurden erst nach dem Auswandern zu typischen Schweizern.

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