Intensive Betreuung mit Ziel Berufsabschluss funktioniert

FRAUENFELD. In einer Interpellation erkundigt sich Kantonsrat Turi Schallenberg (SP, Bürglen) unter anderem nach der Zahl der Sozialhilfeempfänger unter den jungen Erwachsenen. Zudem fragt er, wie viele junge Erwachsene keinen Berufsabschluss haben. Nun liegt die Antwort des Regierungsrats vor.

Drucken
Teilen

FRAUENFELD. In einer Interpellation erkundigt sich Kantonsrat Turi Schallenberg (SP, Bürglen) unter anderem nach der Zahl der Sozialhilfeempfänger unter den jungen Erwachsenen. Zudem fragt er, wie viele junge Erwachsene keinen Berufsabschluss haben. Nun liegt die Antwort des Regierungsrats vor. Sie bestätigt, dass die Sozialhilfequote bei den jungen Erwachsenen (535 Personen zwischen 18 und 25 Jahren) über dem Durchschnitt liegt. Zwei Drittel haben gemäss der Interpellationsantwort keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Weiter weist der Regierungsrat darauf hin, dass das 2009 eingeführte Case-Management Berufsbildung und Berufsberatung sich bewährt hat. Ab 2013 werde der Versuch definitiv weitergeführt. Diese Stelle kümmere sich um Jugendliche, die Gefahr laufen, keinen Berufsabschluss zu erreichen. Bisher habe sie 90 Jugendliche begleitet, von denen bis 2016 26 einen Abschluss erreichen würden. Für weitere Jugendliche gebe es Übergangslösungen. Die staatlichen Massnahmen kosteten unter allen Titeln rund 7,5 Mio. Franken im Jahr.

Keine gute Idee findet der Regierungsrat den von Schallenberg vorgeschlagenen Systemwechsel. Sozialhilfebezüger, die in einer Ausbildung sind, erhielten nach diesem Vorschlag kostendeckende Stipendien. Wenn man nur Sozialhilfebezügern kostendeckende Stipendien zahle, sei unklar, wie viele Personen für eine Ausbildung motiviert würden. Kostendeckende Stipendien für alle würden falsche Anreize setzen und die heutigen Ausgaben mindestens verachtfachen, schreibt der Regierungsrat. (mkn)

Aktuelle Nachrichten