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Innovation als Schlüssel zum Wohlstand

Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Marijn Dekkers, befürchtet, dass sich Europa mit seiner zunehmenden Innovationsfeindlichkeit selbst das wirtschaftliche Grab schaufelt.
Marijn Dekkers (Bild: pd)

Marijn Dekkers (Bild: pd)

ERMATINGEN. Vor über 300 Gästen betonte Marijn Dekkers am Dienstagabend im UBS-Konferenzzentrum Wolfsberg, dass «wir Innovation brauchen, um im globalen Kontext konkurrenzfähig zu bleiben». Das gelte im Prinzip für die ganze Wirtschaft, jedoch für die chemische Industrie ganz besonders. Doch in Europa mache sich – zum Beispiel bei der Verbreitung von genmanipulierten Saatgut – gegenüber innovativen Produkten in der Bevölkerung zunehmend Skepsis breit. Zu Unrecht, wie Dekkers meinte, denn das genveränderte Saatgut sei nicht nur viel resistenter gegenüber Dürren und Schädlingen, sondern ermögliche den Landwirten auch grössere Erträge. Und solche seien notwendig, wolle man bis ins Jahr 2050 neun Milliarden Menschen weltweit ernähren, denn «wir haben nicht mehr Platz auf dieser Welt, also müssen wir die Erträge steigern, damit alle zu essen haben».

«Immer eine Waffe gewesen»

Andere Länder – wie die USA, aber auch viele asiatische Nationen – hätten viel weniger Vorbehalte gegenüber wissenschaftlichen Innovationen, stellte Marijn Dekkers fest. China alleine habe im letzten Jahr mehr Patente eingereicht als ganz Europa zusammen. Noch hätten die Industrieländer zwar Standort- und Marketingvorteile gegenüber den Schwellenländern, doch die zunehmende Innovationsfeindlichkeit in der Gesellschaft verschärfe die Situation zunehmends.

Bei «Bayer» sei Innovation in der 149jährigen Firmengeschichte hingegen «immer eine Waffe gewesen», um die Konkurrenz zu distanzieren. Doch Innovation sei nicht gratis zu haben, sondern verlange Investitionen. So beschäftigt «Bayer» heute 13 000 seiner 115 000 Beschäftigten in der Forschung und gibt dafür jährlich 2 bis 3 Milliarden Euro aus.

Alle drei Jahre ein Jahr mehr

Der Nutzen, der die chemische Industrie der Gesellschaft durch Innovationen gebracht habe, sei offensichtlich, so Dekkers. Zwischen 1960 und 2012 stieg die durchschnittliche Lebenserwartung von 58 auf 70 Jahre an. «Wir haben durch Innovation erreicht, dass wir in den letzten 50 Jahren alle drei Jahre ein Lebensjahr hinzugewonnen haben.» Auch seien viele wirkungsvolle Medikamente entwickelt worden, doch gäbe es nach wie vor in der Forschung viel zu tun, denn «für ein Drittel aller Krankheiten fehlt es noch am passenden Medikament», weiss Dekkers. Gerade aus diesem Grund sei es jedoch enorm wichtig, dass die europäische Gesellschaft an sich wieder innovations- und wissenschaftsfreundlicher werde.

Christof Lampart

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