Informiert die Kantonspolizei konzeptlos?

FRAUENFELD. Die Kantonspolizei schweigt sich über gehäufte kriminelle Aktivitäten aus. Diesen Vorwurf erhebt SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen. In seiner Einfachen Anfrage «Defizite bei der Polizei-Information» bezieht er sich auf den Artikel «Phantomdiebe gehen um» der Thurgauer Zeitung vom 1.

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FRAUENFELD. Die Kantonspolizei schweigt sich über gehäufte kriminelle Aktivitäten aus. Diesen Vorwurf erhebt SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen. In seiner Einfachen Anfrage «Defizite bei der Polizei-Information» bezieht er sich auf den Artikel «Phantomdiebe gehen um» der Thurgauer Zeitung vom 1. September. Darin wird über mehrere Einschleichdiebstähle in Restaurants, Läden, Büros und Einfamilienhäusern berichtet. Von Juni bis Mitte August hätten sich diese in der Stadt Arbon zugetragen. Und in mindestens einem Fall sei fette Beute gemacht worden. Von der Kantonspolizei Thurgau habe die Öffentlichkeit aber nichts erfahren. Auch über den Todesfall eines Schwimmers beim Arboner Waschplatz im Juli hätte die Polizei nicht informiert. «Die Frage stellt sich, ob die Medienstelle der Kantonspolizei in den Sommerwochen unterdotiert war oder ob die Thurgauer Kantonspolizei generell sehr selektiv und damit auch konzeptlos informiert?», schreibt Vonlanthen. Die schwache Medienpräsenz erstaune auch angesichts der stark ausgebauten Medienstelle der Kantonspolizei.

Erst auf Anfrage bestätigt

Medienleute seien im Thurgau gezwungen, sich zuerst einmal auf Gerüchte und inoffizielle Informationen abzustützen. Doch seien beide erwähnten Beispiele von grossem öffentlichem Interesse und würden nicht zuletzt der Prävention und Wachsamkeit der Bevölkerung dienen. Aufgrund seiner dargelegten Sachlage will Vonlanthen vom Thurgauer Regierungsrat unter anderem wissen, wieso die erwähnten Einschleichdiebstähle in Arbon von der Kantonspolizei nicht kommuniziert und erst auf Anfrage eines Journalisten bestätigt wurden – und warum nicht über den tödlichen Schwimmunfall informiert worden sei.

Eine weitere Frage Vonlanthens lautet: «Nach welchen Kriterien informiert die Kantonspolizei Thurgau heute? Wer entscheidet letztlich über eine Bekanntmachung?» Schliesslich stellt der Kantonsrat auch die Frage, ob die Kantonspolizei bereit sei, ihr Informationskonzept zu überprüfen und künftig offener zu informieren. Die Antwort auf seine Einfache Anfrage kann gemäss Geschäftsordnung des Grossen Rates in der Regel innerhalb von zwei Monaten erwartet werden. (sme.)