Information ist der Schlüssel

Es hing am seidenen Faden beziehungsweise am Willen des Grossratspräsidenten. Nur mit seinem Stichentscheid ersparte Walter Hugentobler dem Regierungsrat gestern eine Blamage im Grossen Rat.

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Es hing am seidenen Faden beziehungsweise am Willen des Grossratspräsidenten. Nur mit seinem Stichentscheid ersparte Walter Hugentobler dem Regierungsrat gestern eine Blamage im Grossen Rat. Denn um ein Haar hätte dieser den Entscheid der Regierung umgestossen, fünf Regionalgefängnisse auf Ende 2010 zu schliessen.

So aber bleiben die fünf Regionalgefängnisse geschlossen. Was die Zahl der Gefängnisplätze im Thurgau angeht, ist dieser Entscheid durchaus vernünftig. Die drei verbleibenden Regionalgefängnisse und das Kantonalgefängnis weisen genügend Zellen auf. Aus Sicht der Kantonspolizei präsentiert sich die Situation allerdings etwas anders. Sie muss mit ihren Patrouillen weiterhin Häftlinge vor allem nachts in die weiter entfernten Regionalgefängnisse bringen – Zeit, die ihr für die eigentliche Polizeiarbeit fehlt. Mit etwas Kompromissbereitschaft und der Wiedereröffnung von zwei Gefängnissen hätte der Regierungsrat den Bedürfnissen der Polizei entsprechen können.

Vor diesem Hintergrund ist es bedauerlich, dass die Regierung so hartnäckig am Schliessungsentscheid festhielt. Zudem muss sie und muss Justizdirektor Claudius Graf-Schelling künftig besser informieren. Der Grosse Rat muss früh von der Tragweite solcher Entscheide erfahren. Und die Direktbetroffenen sind stärker einzubeziehen und ernst zu nehmen. Information bleibt der Schlüssel zur Akzeptanz. Marc Haltiner

m.haltiner@thurgauerzeitung.ch

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