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INFEKTION: Im Kanton Thurgau grassiert das Norovirus

Das Alterszentrum Kreuzlingen steht unter Quarantäne und ist für Besucher seit fünf Tagen geschlossen – alle Anlässe sind abgesagt. Einige Bewohner und Mitarbeiter leiden nachweislich an einer schweren Durchfallkrankheit, ausgelöst durch das Norovirus. Auch andere Institutionen sind betroffen.
Rossella Blattmann
Auch andere Institutionen im Bezirk Kreuzlingen klagen wegen akuten Magen-Darm-Erkrankungen. (Bild: Donato Caspari)

Auch andere Institutionen im Bezirk Kreuzlingen klagen wegen akuten Magen-Darm-Erkrankungen. (Bild: Donato Caspari)

Alle Jahre wieder. Seit wenigen Tagen grassiert im Thurgau das hochansteckende und besonders lästige Noro-Virus. Insbesondere im Raum Kreuzlingen hat es seit letzter Woche zahlreiche Krankheitsfälle gegeben.

Besonders arg hat es das Alterszentrum Kreuzlingen getroffen. Seit letztem Mittwoch ist es wegen zahlreichen Fällen von Magen-Darm-Grippe für alle Besucher geschlossen. Dies bestätigt die Geschäftsführerin Anna Jäger. «Laborproben haben ergeben, dass unter den Bewohnenden einige am ansteckenden Noro-Virus erkrankt sind», sagt Jäger. Damit das Virus nicht auf andere Personen übertragen werde und möglichst rasch eingedämmt werden könne, sei es wichtig, einige Massnahmen einhalten.

Dazu gehöre, das Alterszentrum für sämtliche Besucher zu schliessen. «Es tut uns sehr leid, unsere Bewohner zu isolieren», sagt Jäger. Doch es sei notwendig, sich an die hohen Hygienevorschriften zu halten. Im Alterszentrum seien zuerst die Mitarbeiter, und dann einzelne Bewohner erkrankt, ergänzt sie. Sobald keine Ansteckungsgefahr mehr bestehe, werde man das Alterszentrum wieder für die Besucher öffnen.

Auch das Kantonsspital in Münsterlingen bestätigt den Noro-Virus. Letzte Woche seien mehrere Magen-Darm-Patienten mit Verdacht auf Noro-Virus in den Notfall eingeliefert worden, sagt die Pflegedirektorin, Agnes König, auf Anfrage. «Bei mindestens einem Fall hat sich der Verdacht Noro-Virus bestätigt.» Ob noch mehr der eingelieferten, mehrheitlich älteren Patienten tatsächlich am Noro-Virus erkrankt sind, oder ob sie lediglich an einer Magen-Darm-Grippe leiden, könne man momentan nicht sagen.

120 von 540 Schüler krank im Bett

Auch diverse Schulen aller Alterstufen im Raum Kreuzlingen sind von der Magen-Darm-Grippe betroffen. An der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen sind sowohl die erwachsenen Schüler als auch das Personal betroffen. «Von insgesamt 540 Schülerinnen und Schülern fehlten vergangenen Freitag rund 120», sagt der Rektor Lorenz Zubler. Warum diese fehlten, und wie viele der erkrankten Schüler das Noro-Virus hätten, könne er aber nicht sagen. Momentan sehe es aber so aus, als würde sich die Situation wieder beruhigen. Am Montag informiert Zubler auf Anfrage, dass deutlich weniger Schüler fehlten. «Schätzungsweise 30 bis 40 Schüler waren heute nicht im Unterricht.» Sechs Lehrer waren zudem am Montag noch krank gemeldet. Dies habe dazu geführt, dass Lektionen ausgefallen seien.

Als zusätzliche Sicherheitsmassnahme habe man am Montag und Dienstag den Sportunterricht gestrichen, sagt Zubler. Durch den Körperkontakt und das erhöhte Schwitzen sei die Ansteckungsgefahr während des Turnens noch grösser als sonst.

Verspätet ins Skilager

Auch die Sekundarschule Ermatingen blieb nicht verschont. Das bestätigt der Schulpräsident, Beat Kneubühler. Sowohl Lehrpersonen als auch die Sekundarschüler seien von der Magen-Darm-Grippe betroffen. Das hatte Konsequenzen. «Am Montag ist ein Teil unserer Schüler nach Davos in Skilager gefahren. Zwölf Kinder konnten wegen Erkrankung oder Verdacht auf Noro-Virus nicht mitfahren.» Sie könnten aber verspätet nun doch nachreisen, sagt der Schulpräsident. Bereits am Donnerstag hätte die Sekundarschule Ermatingen wegen häufiger Magen-Darm-Erkrankungen Massnahmen getroffen, sagt Beat Kneubühler. «In Absprache mit der Schulärztin haben wir zum Beispiel beschlossen, dass im Lager alle Schüler einen Mundschutz und ein Handdesinfektionsmittel dabei haben müssen.» Zudem gelte die 48-Stunden-Regel (siehe Kasten): «Wenn nach dieser Zeit bei einem Schüler oder einem erkrankten Familienmitglied keine Symptome mehr auftreten und keine Ansteckungsgefahr mehr herrscht, darf das Kind ins Skilager nachreisen», sagt Beat Kneubühler.

Priska Sieber, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Thurgau in Kreuzlingen, bestätigt am Montagabend auf Anfrage, dass es kürzlich an der Pädagogischen Hochschule ebenfalls Fälle von Noro-Virus-Erkrankungen gegeben hat.

Open Airs, Skilager und Wohnzentren

Immer wieder legt das Norovirus ganze Wohnzentren lahm. Ende 2017 traf es die Bewohner und Bewohnerinnen des Pfelgezentrums Wiborada in Bernhardzell. Es musste mehrere Tage abgeriegelt werden. Ebenfalls 2017 war das Open Air Frauenfeld betroffen. Ein Mann hatte beim Anstehen erbrochen und so andere Festivalbesucher angesteckt. Eine grosse Ausbreitung konnte jedoch von den Verantwortlichen des Open Airs verhindert werden. Nicht so glimpflich ging es für rund 40 Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Schönau aus. Sie mussten Anfang 2017 vom Skilager in Sent vorzeitig nach Hause reisen.

Das Norovirus löst eine Magen-Darm-Infektion aus und ist besonders für Kleinkinder und ältere Menschen gefährlich. Es verursacht Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Fieber. Da das Virus sehr ansteckend ist, häufen sich Erkrankungen jeweils dort, wo Menschen auf engem Raum zusammenleben - das heisst in Spitälern, Kasernen oder auch Heimen. Gemäss Bundesamt für Gesundheit bricht die Krankheit in der Regel 12 bis 48 Stunden nach der Ansteckung aus. (pex/tn)

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