«In Zürich ist die kulturelle Vielfalt grösser»

Die 28jährige Lara Stoll aus Rheinklingen ist über die Landesgrenzen hinaus als Slam-Poetin bekannt. Die Thurgauerin schliesst bald ein Filmstudium ab, realisiert nebenbei Filmprojekte und tritt an Poetry Slams auf. Am Samstag gastiert sie in der Kartause Ittingen.

Samuel Koch
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Lara Stoll fühlt sich vermehrt auch im Filmbusiness zu Hause. (Bild: Jonas Reolon)

Lara Stoll fühlt sich vermehrt auch im Filmbusiness zu Hause. (Bild: Jonas Reolon)

Sie haben viel um die Ohren. Wie bringen Sie alles unter einen Hut?

Lara Stoll: Aktuell ist es nicht so stressig wie auch schon. Ich schliesse gerade mein Studium ab, welches zeitlich doch unter den anderen Projekten gelitten hat und daher länger dauerte.

Beschreiben Sie Ihr neues Projekt «Langweilige Terroristen».

Stoll: Es handelt sich um ein sechsteiliges Video in Zusammenarbeit mit dem «Tages-Anzeiger». Zwei fiktive und anonyme Figuren planen schweizerische Anschläge, um auf Krebs aufmerksam zu machen. Es hat etwas Doofes, aber auch etwas Herzhaftes, und die beiden sind sich für nichts zu schade. Die Zuschauer dürfen sich freuen.

Wie handhaben Sie den Spagat zwischen Film und Text?

Stoll: Das hält sich aktuell die Waage. Mit den Texten verdiene ich mein Geld, und ich stehe nach wie vor sehr gerne auf der Bühne. In letzter Zeit kam ich leider wegen des Studiums und der Filme sehr wenig dazu.

Was ist der grösste Unterschied?

Stoll: Im Film kann ich mich viel mehr austoben und frecher sein, denn das Zielpublikum ist etwas jünger. Beim Texten hört mir eher ein älteres Publikum zu. Mir macht aber beides viel Spass.

Was folgt als nächstes?

Stoll: Ich weiss noch nicht genau, ob ein Theaterstück oder ein 90minütiger Film. Es wird mir aber sicher nicht langweilig.

Was inspiriert Sie?

Stoll: Ich schöpfe meine Ideen aus der Autobiographie. Ich schreibe darüber, was passiert und mich beschäftigt. Ich war letztens zwei Monate krank und habe meine Stimme verloren. Es ist also klar, dass dies in meinen Texten vorkommen wird.

Das kann auch ein Nachteil sein.

Stoll: Ja. Es lässt sich nichts provozieren. Ich muss den optimalen Zeitpunkt finden, brauche Zeit und Ruhe. Ich kann nicht einfach an den Computer sitzen und dann geht's sofort los.

Wie ist es für Sie, für den Auftritt in den Thurgau zurückzukehren?

Stoll: Es versetzt mich jetzt nicht in eine spezielle Gefühlslage. Es ist so, als würde ich irgendwo anders hinfahren.

Inwiefern unterscheiden sich der Thurgau und Zürich?

Stoll: In Zürich hat es Leute. Dort kann ich zum Beispiel auch noch spätabends etwas essen gehen. Das schätze ich sehr, und kulturell ist die Vielfalt grösser.

13.6., 18 Uhr, Kartause Ittingen, «Langweilige Terroristen»: tinyurl.com/qjyp3kx