In Veroneser Grün wie einst

BERLINGEN. Das Wahrzeichen des Dietrich-Gartens in Berlingen, der Pavillon, sorgt erneut für Aufmerksamkeit. Der Pavillon wurde renoviert und am Sonntag mit Gästen aus Politik und Kultur eingeweiht.

Margrith Pfister-Kübler
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Verkehrsvereinspräsident Joachim Bauer (links) spricht über den Pavillon im Dietrich-Garten in Berlingen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Verkehrsvereinspräsident Joachim Bauer (links) spricht über den Pavillon im Dietrich-Garten in Berlingen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Dankbarer Blick zum Himmel einer illustren Gesellschaft. Just um 17 Uhr am Sonntag schloss Petrus über Berlingen die Regenschleusen, so quasi als himmlischer Gruss an den Dietrich-Garten und den renovierten Pavillon. Joachim Bauer vom Verkehrsverein Berlingen sorgte für eine vergnügliche Begrüssung der rund 40 Besucher.

Der Besitzer fehlt

Speziell erwähnt wurden Karl Studer, Präsident der Thurgauer Kunstgesellschaft, Willi Tobler, Vorstandsmitglied der Thurgauischen Kunstgesellschaft und verantwortlich fürs Adolf-Dietrich-Haus mit Veranstaltungsprogramm, die Berlinger Behördenmitglieder, Restaurator Rolf Zurfluh, «Adler»-Wirt Rolf Näf und Maler Andreas Merkle, beide Berlinger. Wegen anderer Verpflichtungen konnte der Besitzer des Grünen Hauses und damit auch Besitzer des Gartens, Matthias A. Hildebrand aus Hohentannen, nicht teilnehmen.

Im Jahr 2016 könne der seit 25 Jahren bestehende Nutzungsvertrag mit Gartenbesitzer Hildebrand verlängert werden, informierte Verkehrsvereinspräsident Bauer: «Das freut uns sehr.» Das rund ums Jahr 1800 erbaute Grüne Haus – Geburtshaus von Minister Johann Konrad Kern (1808 bis 1888) – ist im Hinweis-inventar des Kantons Thurgau als schützenswert registriert.

Der Wirt gab den Anstoss

Der Anstoss für die Renovierung des Pavillons kam vom «Adler»-Wirt Rolf Näf, der mit wachem Auge feststellte, wie Farbe abblätterte und das Holzhäuschen aus Eiche und Tanne ins «Lottere» und der Sandsteinsockel in Schieflage gerieten. Kunstgesellschaft, Politische Gemeinde Berlingen und Verkehrsverein Berlingen gaben sofort grünes Licht für die Renovierung. Die Kosten – rund 5000 Franken – werden gedrittelt.

Die kantonale Denkmalpflege wurde zu Rate und für die Farbgebung Restaurator Rolf Zurfluh aus Helsighausen zugezogen: Das ursprüngliche Veroneser Grün und das Ultramarin, also die Urfarben, wurden verwendet. «Jetzt deckt sich die Farbe wieder genau mit dem Bild, das Adolf Dietrich von diesem Pavillon gemalt hat», lobt Zurfluh. Der Sandsteinsockel musste teilweise um circa 13 Zentimeter angehoben werden. Was einst ein Stück Alltäglichkeit ausmachte, kreist jetzt sauber, klar ohne Glanz, dokumentarisch die schmucke Wirklichkeit ein.

Vom Garten an den See

Die rund 40 Besucher wendeten ihre Aufmerksamkeit Garten und Pavillon zu, genossen Cüpli, um dann ins Dietrich-Haus und in den Garten am See zu wechseln, wo der gute Geist des Dietrich-Hauses, Bettina Huber, die Gäste kulinarisch verwöhnte.

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