In die Thurgauer Unterstufe kommt Bewegung

FRAUENFELD. Obwohl der Vorstand seine Sitzungen sitzend abhalte, könne es bei seiner Arbeit mit den vielen politischen Themen vorkommen, dass man jemandem auf die Zehe stehe, stellt die Präsidentin Claudia Brunner fest.

Werner Lenzin
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FRAUENFELD. Obwohl der Vorstand seine Sitzungen sitzend abhalte, könne es bei seiner Arbeit mit den vielen politischen Themen vorkommen, dass man jemandem auf die Zehe stehe, stellt die Präsidentin Claudia Brunner fest. Im Casino Frauenfeld haben sich 390 Lehrpersonen zur Unterstufenkonferenz getroffen. Brunner begrüsst sie mit einem Zitat des Schweizer Theologen M. Ronner: «Nur wer sich nicht vom Fleck rührt, tritt keinem auf die Zehen.» «Wir wollen nicht einfach dasitzen und uns nicht rühren, sondern uns aktiv an der Thurgauer Schulpolitik beteiligen, als Ansprechpartner für Unterstufen-Themen wahrgenommen werden und hoffentlich auch etwas bewegen», sagt die Konferenzpräsidentin.

Lehrplan Volksschule Thurgau

Sandra Bachmann vom Amt für Volksschule Thurgau nimmt Stellung zum neuen Lehrplan. Während in den vergangenen Jahren vorwiegend strukturelle und organisatorische Entwicklungen im Zentrum standen, liegt das Kernthema jetzt beim Unterricht. «Dort liegt die Hauptenergie der Lehrperson und die Umsetzung des neuen, aktualisierten Lehrplans erfolgt zugunsten der Schüler», betont Bachmann.

Gemäss Amtschef Walter Berger sind die beiden Empfehlungen der vorberatenden Kommission, zwei Jokertage und zwei Wochen Weihnachtsferien, unbestritten. Der Vorschlag des Regierungsrats, maximal acht gemeinsame Arbeitstage während der unterrichtsfreien Zeit, wird unterstützt. Dabei will die Kommission den Schulgemeinden die Möglichkeit belassen, Wochenendeinsätze zu kompensieren, fordert aber, dass Weiterbildungen der Lehrpersonen künftig ausschliesslich in der unterrichtsfreien Zeit durchgeführt werden.

Die Präsidentin von Bildung Thurgau, Anne Varenne, richtete ihren Fokus ebenfalls auf den neuen Lehrplan: «Die Methodenfreiheit bleibt erhalten, der Kindergarten wird nicht verschult, das Kind mit seinen Kompetenzen ist zentral und die Unterrichtsentwicklung im Fokus.»

Rundum Bewegung

Sarah Uwer, Programmleiterin des Projekts «Schule bewegt» des Bundesamtes für Sport, präsentiert die Wichtigkeit der täglichen Bewegung des Kindes während des Unterrichts und in der Pause sowie die Dienstleistungen des Bundesamtes. Sie betont, dass die Bewegung die Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflusst, eine lerngerechte Rhythmisierung ermöglicht, Anpassungen im Gehirn bewirkt, das Selbstbewusstsein stärkt und für eine positive Einstellung gegenüber dem Lernen sorgt.

Die Amriswiler Lehrerin Corinne Schafroth zeigt mit ihren sechs mitgekommenen Schülern, wie sie das bewegte Lernen und die bewegte Pause realisiert. Sie motiviert und regt ihre Kolleginnen an, mit einfachen Hilfsmitteln die tägliche Bewegung in der Schule zu verwirklichen.