Imam muss mit seiner Familie ausreisen

Ein Imam, der jahrelang bei einer islamischen Vereinigung tätig war und dann seine Stelle verlor, muss die Schweiz verlassen. Dies bestätigte das Bundesgericht.

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Der heute 29jährige Mazedonier kam vor sechs Jahren in die Schweiz, um hier als Imam bei einer islamischen Vereinigung tätig zu sein. Im Oktober 2005 erhielt der Mazedonier eine Aufenthaltsbewilligung für diese Tätigkeit. Zuvor hatte das Bundesamt für Migration darauf hingewiesen, dass ein Stellenwechsel ausgeschlossen sei. Im Januar 2006 kamen auch die Ehefrau und der Sohn des Imam in die Schweiz; zwei weitere Söhne wurden 2008 und 2010 hier geboren.

Imam wollte bleiben

Im Februar 2010 kündigte die islamische Vereinigung das Dienstverhältnis mit dem Imam per Ende Mai 2010, worauf das Migrationsamt des Kantons St. Gallen die Aufenthaltsbewilligung widerrief. Dies mit der Begründung, der Aufenthaltszweck sei erfüllt. Der Imam wollte mit seiner Familie jedoch nicht ausreisen und beschwerte sich gegen den Entzug der Aufenthaltsbewilligung. Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde des Imam jedoch ab. Das Gericht befand, der Imam verfüge über keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung seiner per Ende September 2010 abgelaufenen Aufenthaltsbewilligung. Vor Bundesgericht argumentierte der Imam, der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismässig.

Keine Beschwerde möglich

Das Bundesgericht ist nun gar nicht auf die Beschwerde eingetreten, weil gegen solche Widerrufe gar keine Beschwerdemöglichkeit ans oberste Gericht besteht. Damit steht definitiv fest, dass der Imam und seine Familie kein Anwesenheitsrecht mehr in der Schweiz haben.

Urs-Peter Inderbitzin

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