«Im Unterricht blühen die Kinder auf»

Barbara Heimlicher unterrichtet die Einführungsklasse für Fremdsprachige

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Barbara Heimlicher, die Einführungsklasse für Fremdsprachige gibt es seit sechs Jahren. Weshalb braucht es sie überhaupt?

Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder möglichst schnell Deutsch lernen.

Am Anfang sprechen Ihre Schüler kein Wort Deutsch. Wie unterrichten Sie dann?

Ich arbeite mit Lernkärtchen. Auf der einen Seite ist ein Gegenstand abgebildet und auf der anderen Seite steht das Wort. Grundsätzlich beginne ich mit Wörtern, die mit der Schule zu tun haben beispielsweise mit Arbeitsutensilien.

Ihre Schüler sprechen schon relativ gut Deutsch. Lernen Kinder einfach schneller?

Das kann man nicht so pauschal sagen. Sie lernen deshalb so viel, weil der Unterricht so intensiv ist.

Wie oft besuchen sie die Einführungsklasse?

Ganz am Anfang sind es jeweils vier Vormittage à vier Lektionen. Gegen Ende sind es noch zwei Lektionen pro Woche. Jedes der Kinder besucht die Einführungsklasse während dreier Jahre. An den Nachmittagen und am Freitag besuchen sie jeweils eine Regelklasse.

Welches sind die Vorteile der Einführungsklasse?

Ich kann individuell auf die Kinder eingehen. Das ist vor allem zu Beginn wichtig, wenn sie noch nichts verstehen. In einer Regelklasse geht das nicht. Dort würde der Lernprozess viel länger dauern. Hier haben sie schneller Erfolgserlebnisse.

Welches sind für Sie die Herausforderungen?

Die Niveaus innerhalb der Klasse sind sehr unterschiedlich. Für mich besteht die Herausforderung darin, allen gerecht zu werden. Zudem kommen immer wieder neue Kinder hinzu, unter Umständen in kurzen Abständen.

Besuchen Ihre Schüler gerne die Einführungsklasse?

Im Alltag sind sie eher still und schüchtern. Hier dagegen fühlen sie sich wohl und sind dadurch lebhafter als sonst. Sie blühen auf. Zudem sind sie motiviert. Sie wollen lernen.

Welchen Hintergrund haben Ihre Schüler?

Das ist sehr unterschiedlich. In der Region haben wir einige Gemüsebauern. Die Eltern mancher Kinder kamen als Saisonniers in die Schweiz und sind nun fest angestellt, so dass die Familie nachkommen kann. Andere Eltern arbeiten als Manager. Die meisten Kinder stammen aus Europa, aus Italien, Portugal, Ungarn, oder dem Kosovo. Manche aber auch aus anderen Ländern. (rha)