Im Stroh dreht sich alles ums Ei

HOMBURG. Die Regio Frauenfeld lud am Mittwoch mit dem Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft und dem BBZ Arenenberg zur dritten Strohballenarena – diesmal auf dem Legehennenbetrieb von Urs und Regula Fäh in Homburg.

Trudi Krieg
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Auf Stroh sitzen Daniel Bauer, Frauenfeld, Christoph Widmer, Burgmer Geflügelzucht, Eierproduzent Rolf Inauen und Ruedi Zweifel, Aviforum. (Bild: Trudi Krieg)

Auf Stroh sitzen Daniel Bauer, Frauenfeld, Christoph Widmer, Burgmer Geflügelzucht, Eierproduzent Rolf Inauen und Ruedi Zweifel, Aviforum. (Bild: Trudi Krieg)

Es führen steile und verschlungene Wege zum Hof der Familie Fäh an der Eugerswilerstrasse in Homburg. Die dritte Strohballenarena war angesagt unter dem provokativen Titel: «Ich bin ein Huhn, holt mich hier raus». Mit goldgelben Crêpes wurden den Besuchern schon bei der Begrüssung die Mühli-Eier schmackhaft gemacht. Beim Betriebsrundgang boten Urs und Regula Fäh Einblicke in die Hühnerhaltung und Eiervermarktung. Die Tiere scharrten auf dem Stallboden oder hockten auf den oberen Etagen. Sie können ins Freie, aber den Auslauf nutzen sie vor allem in den kühlen Morgenstunden, sagte Regula Fäh.

Zwischen Bergen an Eierkartons erfuhren die Gäste viel über den Ablauf im Alltag mit 6000 Legehennen und von der speditiven Eiervermarktung. Eier, welche die Firma Eico AG in Märstetten holt und die von dort zum Grossverteiler wie der Migros kommen, werden mit Legedatum, dem CH und der Betriebsnummer versehen.

Arena am Puls des Geschehens

Christoph Widmer von der Burgmer Geflügelzucht AG sieht ein ungelöstes Problem bei der Eliminierung der zwei Tage alten männlichen Küken mit Kohlendioxid. Die neueste Forschung versuche bei Eiern, nach ein bis zwei Tagen Brutzeit das Geschlecht des Kükens zu erkennen. So müsste man nicht Küken töten. Versuche mit einem Dualhuhn, bei denen die Hennen für die Eierproduktion und die Hähne für die Mast genutzt werden, versprechen wenig. Man könne rassentypische Merkmale nicht einfach einkreuzen.

Die Frage wurde aufgeworfen, ob ein Landwirt eine Zusatzausbildung brauche, wenn er auf Hühner umstellen wolle. Es gebe eine Ausbildung zum Geflügelfachmann, aber schwieriger könnte es sein, die Bewilligung für den Stallbau zu bekommen: «Alle wollen frische Eier möglichst vom Nachbarn, aber der Stall sollte nicht in der Nachbarschaft stehen.»

Schweizer Eier sind die besten

Konsumenten kaufen zu fast 90 Prozent Schweizer Eier, am liebsten direkt beim Bauern: «Die Konsumenten wissen, dass in der Schweiz die Tierschutzverordnungen strenger sind als im Ausland und folglich die Tierhaltung artgerechter, vorbildlich für Europa», sagte Ruedi Zweifel vom Aviforum. Ausser Swissness spiele auch Regionalität und Personalität eine Rolle, meinte Rolf Inauen, Eierproduzent aus Haslen. Er sieht dies als Gegentrend zur Globalisierung.

Die Migros-Werbung mit den glücklichen Hühnern, die gackernd im Gleichschritt zu Musikklängen aus dem kleinen Stall kämen, sei zu realitätsfremd, wurde in die Diskussionsrunde geworfen. «Ja, aber die Hauptsache ist, dass man auf das Schweizer Ei aufmerksam macht», entgegnete Inauen. Er sei persönlich ab und zu in der Migros beim Eiergestell mit einer Präsentation und diskutiere mit den Kunden.

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