Im Pflegezentrum Neuhaus ist der Osterhase immer glücklich

WÄNGI. Zuerst sind da nur zwei riesige Ohren. Dann passiert eine Zeitlang nichts. Plötzlich flitzt ein crèmefarbenes Kaninchen aus dem Erdloch und sucht in einem ausgehöhlten Baumstamm Deckung. Kräuselt seine kleine Nase und hüpft hinaus ins Gras, um ein paar Hälmchen zu naschen.

Brenda Zuckschwerdt
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Silhouette und Pelztier: Glückliche Hoppler hocken am liebsten herum. (Bild: Nana do Carmo)

Silhouette und Pelztier: Glückliche Hoppler hocken am liebsten herum. (Bild: Nana do Carmo)

WÄNGI. Zuerst sind da nur zwei riesige Ohren. Dann passiert eine Zeitlang nichts. Plötzlich flitzt ein crèmefarbenes Kaninchen aus dem Erdloch und sucht in einem ausgehöhlten Baumstamm Deckung. Kräuselt seine kleine Nase und hüpft hinaus ins Gras, um ein paar Hälmchen zu naschen.

«Aber wenn ein Mäusebussard übers Gehege fliegt, verschwinden sie alle», sagt der 70jährige Franz Brülisauer und lacht. Der pensionierte Abwart des Wohn- und Pflegeheims Neuhaus ist für das Wohl der Kaninchen zuständig. Als Landwirt hatte er früher eigene Kaninchen, damals noch in konventionellen Ställen. So würde er heute keine Tiere mehr halten. Die Freilaufhaltung sei nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Menschen viel schöner. Zwar sei die Anfangsinvestition hoch, aber «danach ist die Haltung sogar einfacher». Und auch die Menschen hätten viel mehr Freude an den Tieren.

«Jöööh!», sagt so mancher, der hier vorbeikommt – nicht nur Kinder. Gleich nebenan leben Zwergziegen, Hühner und Enten. «Wir erhalten sehr viele positive Rückmeldungen», sagt Stefan Wohnlich, Leiter des Wohn- und Pflegeheims. «Unsere Tiere sind ein Generationen-Treffpunkt.»

Auch Franz Brülisauer mag sich kaum sattsehen an den Kaninchen, derzeit sind es zehn aus zwei Würfen. Für ihn sind die Tiere nicht nur Arbeit. Deshalb ist er froh, wenn im Herbst möglichst viele Tiere einen neuen Platz finden. Denn die überzähligen werden geschlachtet. Brülisauer macht das selber, schnell und ohne Stress: «Aber bis dahin können sie ihr Leben geniessen.»