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Im Osten geht die Sonne auf

Die Fahne wird gehisst. Dazu erklingt das Thurgauerlied. Eine Ode an die Schönheit des Thurgaus. Eigentlich eine Einladung an alle, den Kanton in der Ostschweiz zu besuchen.
Michèle Vaterlaus
Auch die indonesische Botschafterin in der Schweiz, flankiert von zwei Nachtwächtern aus Bischofszell, liess sich einen Thurgauer «Pass» ausstellen. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Auch die indonesische Botschafterin in der Schweiz, flankiert von zwei Nachtwächtern aus Bischofszell, liess sich einen Thurgauer «Pass» ausstellen. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Die Fahne wird gehisst. Dazu erklingt das Thurgauerlied. Eine Ode an die Schönheit des Thurgaus. Eigentlich eine Einladung an alle, den Kanton in der Ostschweiz zu besuchen. Doch die Restschweiz beäugt den Thurgau skeptisch: zurückhaltend, nicht gastfreundlich, gar eigenbrötlerisch sind die Thurgauer. Und dann noch dieser Dialekt?

Eigenwillig und gastfreundlich

Die Zeit ist deshalb reif für eine Charmeoffensive, die das angekratzte Kantons-Image aufpolieren soll. Der Thurgau hat deshalb als erster Kanton überhaupt vorübergehend eine Botschaft in der Bundesstadt eröffnet. Gestern fanden die Feierlichkeiten statt.

Auch wenn die Thurgauer keine Expo wollen, das Frühfranzösisch aus der Primarschule verbannt haben und auch der Innovationspark auf wenig Gegenliebe stiess: Der Kanton ist trotzdem ein schönes Reiseland, die Menschen sind nett und gastfreundlich. Wie schon im 19. Jahrhundert. Damals haben die Thurgauer Hortense de Beauharnais Asyl geboten, die auf der Flucht war. Doch die Schwägerin und Stieftochter des gestürzten Kaisers Napoleon Bonaparte war nirgends erwünscht. Ausser – im Thurgau .Eigenwillig? Ja. Aber eigenbrötlerisch und nicht gastfreundlich? Nein.

Die Thurgauer Botschaft soll denn auch dazu dienen, den kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Austausch mit dem Rest der Schweiz zu stärken. «Nicht nur mit der Schweiz: Die Botschaft ist eine Einladung an die ganze Welt, den Thurgau zu besuchen», sagte Rolf Müller, der erste Thurgauer Botschafter, der im echten Leben Geschäftsführer von Thurgau Tourismus ist. Das Ganze ist denn auch eine Marketingaktion, um auf das Reiseland im Osten aufmerksam zu machen,

Dabei hat Thurgau Tourismus nicht gekleckert, sondern geklotzt: Die Residenz der Botschaft ist die Villa Bomonti im Berner Diplomatenviertel, ein Patrizierhaus mit 14 Zimmern und neun Bädern. Auch die Gäste waren illuster. Botschafter aus China, Japan, Indonesien, aber auch von Österreich, Deutschland und Ungarn wohnten den Feierlichkeiten bei.

Von «Hölle» nichts gesehen

Vor Ort war auch Regierungsrat Walter Schönholzer. Er liess es sich nicht nehmen, die schönen Seiten des Kantons hervorzuheben. «Der Thurgau ist eine Reise wert. Wir haben die <Hölle> und das <Paradies>.» Hölle liegt im Hinterthurgau bei Fischingen, Paradies am Rhein. Der Thurgau wolle Präsenz markieren mit dieser Botschaft. Denn die Welt ende nicht in Winterthur. «Im Osten geht die Sonne auf.» Ilia Marijanidze, ein Vertreter der georgischen Botschaft, war schon im Thurgau. «Von Hölle habe ich da nichts gesehen. Es ist ein Paradies», sagte er. Und Adam Kirchknopf von der Wirtschaftssektion der ungarischen Botschaft würde jederzeit seine Ferien im Thurgau verbringen. Schliesslich könne man auf dem Bodensee segeln. Zum Beweis, dass der Thurgau gastfreundlich ist, hat das Team um Rolf Müller nicht nur den Gästen vor Ort reichlich heimische Spezialitäten aufgetischt, sondern in der Stadt Bern auch Thurgauer Green Cards verteilt – eine lebenslange Aufenthaltsbewilligung im Kanton Thurgau.

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