Im Land Cruiser um den Erdball

Die Hinterthurgauer Weltenbummler Reni und Marcel Kaspar haben vor neun Jahren ihr Leben in der Schweiz aufgegeben. Bald brechen sie auf ihre bisher längste Reise auf: Sie fahren mit einem Offroader rund um die Welt.

Adrian Grzonka
Drucken
Teilen
Mit dem Toyota Land Cruiser unterwegs in Australien. (Bilder: pd)

Mit dem Toyota Land Cruiser unterwegs in Australien. (Bilder: pd)

SIRNACH. «Momentan übernachten wir bei den Eltern von Reni in Sirnach» sagt Marcel Kaspar. Und Reni Kaspar ergänzt: «Wir haben hier die Möbel unterstellt.» Die 44-jährige Sirnacherin Reni und der 44-jährige Lommiser Marcel sind seit drei Wochen zurück in der Schweiz. Ihr letztes Jahr haben sie im indonesischen West-Papua verbracht. Einen festen Wohnsitz in der Schweiz hat das Ehepaar seit 2007 nicht mehr.

Vor neun Jahren haben die beiden ein One-Way-Ticket nach Bangkok gelöst und leben seither vorwiegend in Asien und Australien. Ihr letztes Jahr haben sie im indonesischen Raja Ampat als Tauchlehrer verbracht. «Die Taucherausbildung war für uns der perfekte Kompromiss», sagt Reni Kaspar. «Wir können so das Arbeiten mit dem Reisen verbinden.» Nach einem Jahr im elysischen West-Papua zieht es das Ehepaar aber weiter: «Manchmal ist es Zeit, dem Paradies <Tschüss> zu sagen.» Nach dem ruhigen Idyll auf der Pazifikinsel sehnen sich die beiden nach Aufbruch und neuen Abenteuern.

Im Herbst geht es los

Nach den «Ferien» in der Schweiz werden die Weltenbummler ihre bisher längste Reise antreten: Mit einem Offroader werden sie rund sechs Jahre durch die Welt fahren: Nachdem sie Australien durchquert haben, werden sie ihren Toyota Land Cruiser nach Asien verschiffen und dann von Malaysia zurück in die Schweiz fahren. Thailand, Myanmar, Indien, China, die Mongolei und Kasachstan planen die Hinterthurgauer unter anderem zu durchfahren. Nach einem kurzen Zwischenstop in der Schweiz wird der Land Cruiser dann nach Südamerika verfrachtet und damit Süd- und Nordamerika von Feuerland bis Alaska in zwei bis drei Jahren durchquert.

Reisen – so langsam wie möglich

Dabei ist nicht der schnellste Weg das Ziel: «Als wir zum ersten Mal zusammen verreist sind, haben wir schnell gemerkt, was unser bevorzugter Reisestil ist: weg vom Touristenstrom so langsam wie möglich vorankommen», sagt Marcel Kaspar.

Generell hätten sie den etwas gemächlicheren Rhythmus auf Reisen sehr zu schätzen gelernt. «Wenn wir zurück in die Schweiz kommen, fällt uns immer wieder auf, wie eng hier alles ist und wie viele Reize hier auf einen einwirken», sagt er. «Auch in West-Papua bekomme ich alles, was ich zum Leben brauche. Allerdings gibt es nicht von allem eine derart grosse Auswahl», sagt Reni Kaspar. In der Schweiz könne man im Supermarkt zwischen Dutzenden Shampoo-Sorten auswählen, was einen überfordern könne, wenn man dies nicht gewohnt sei. Das alte Leben im Wohlstand vermissen beide nicht, obwohl sie nach ihren Reisen jeweils gerne in die Schweiz zurückkehren. «In der Schweiz hatten wir das Gegenteil von dem, was wir jetzt haben: ein grosses Haus und ein stressiges Leben», sagt Marcel Kaspar. Der gelernte Elektroingenieur war vor seinem Aufbruch Manager einer Start-up-Firma. Reni Kaspar war PR-Fachfrau beim Reisebüro Kuoni.

Informationen zur Reise von Marcel und Reni Kaspar gibt es auf www.swissnomads.ch/2016/04/roadtrip-um-die-welt/

Das Tauchcenter auf der indonesischen Insel Arborek. (Bild: Marcel Kaspar)

Das Tauchcenter auf der indonesischen Insel Arborek. (Bild: Marcel Kaspar)

Mit dem Kajak unterwegs auf Raja Ampat.

Mit dem Kajak unterwegs auf Raja Ampat.

Die Weltenbummler Reni und Marcel Kaspar. (Bild: Marcel Kaspar)

Die Weltenbummler Reni und Marcel Kaspar. (Bild: Marcel Kaspar)

Aktuelle Nachrichten