Im Durchschnitt 15 Meter breit

Merken
Drucken
Teilen

Gewässerräume Bis 2018 sollen gemäss Bundesvorgaben bei allen Fliessgewässern die Gewässerräume behördenverbindlich bestimmt werden. Die grundeigentümerverbindlichen Gewässerraumlinien legen die Gemeinden fest, gemäss neuem Wasserbaugesetz. Im Gewässerraum ist nur extensive Landwirtschaft zulässig, Dünger und Pflanzenschutzmittel sind verboten. Bei einer späteren Revitalisierung soll der Gewässerraum wenn möglich der natürlichen Bearbeitung durch das fliessende Wasser überlassen werden.

Der Gewässerraum wird nach einer vom Bund vorgegebenen Formel berechnet. Je grösser der Bach, umso breiter wird der Gewässerraum. Die Minimalbreite beträgt elf Meter; sie gilt für Bäche mit einer natürlichen Sohlenbreite bis zu zwei Meter. In diese Kategorie fallen 75 Prozent der Thurgauer Bäche. In Natur- und Landschaftsschutzgebieten muss der Flora und Fauna noch zusätzlich Raum gegeben werden. Im Durchschnitt wird der Gewässerraum der Thurgauer Bäche 15 Meter breit werden.

Für die effektive Revitalisierung ist bei den Flüssen der Kanton zuständig, bei den Bächen die Gemeinden. Von den insgesamt 1930 Kilometern Fliessgewässern sind rund 100 Kilometer Flüsse; dazu gehören gemäss Gesetz Rhein, Thur, Sitter, Murg, Lützelmurg, Lauche, Goldach und Aach.

Der Bund verlangt, dass die Kantone in den nächsten 80 Jahren einen Viertel der Fliessgewässer revitalisieren, die in einem schlechten Zustand sind. Von den Thurgauer Fliessgewässern befindet sich ein grosser Teil immer noch in einem natürlichen oder naturnahen Zustand. Die übrigen 758 Kilometer sind stark beeinträchtigt, naturfremd oder eingedolt. Ein Viertel davon, also 189 Kilometer, wird aufgewertet. Die Abteilung Wasserbau teilt diese historische Aufgabe nochmals durch vier: In den nächsten 20 Jahren sollen 47 Kilometer revitalisiert werden.

Zwei Drittel der 433 Kilometer Bäche im Thurgauer Landwirtschaftsgebiet sind eingedolt. Sie verlaufen also in einer Röhre tief unter dem Acker. Für sie gilt keine Einschränkung der Bewirtschaftung. Nach dem Entscheid des Grossen Rats muss für eingedolte Bäche nicht einmal ein Gewässerraum ausgeschieden werden. Die Ausscheidung muss nachgeholt werden, wenn ein eingedolter Bach ans Licht geholt wird. (wu)