Im Dialog für die Schule

SCHLATTINGEN. Die Behörde der Volksschulgemeinde Region Diessenhofen setzt zur Erhaltung der Schule Schlattingen eine Arbeitsgruppe ein. Der Verein «Faire Schule» ist in der Arbeitsgruppe vertreten.

Barbara Hettich
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Für den Schulstandort Schlattingen soll die Arbeitsgruppe ein finanziell verkraftbares Konzept entwickeln. (Bild: Barbara Hettich)

Für den Schulstandort Schlattingen soll die Arbeitsgruppe ein finanziell verkraftbares Konzept entwickeln. (Bild: Barbara Hettich)

Schlattingen. Der Protest in der Bevölkerung war heftig, als die Schulbehörde im vergangenen November bekannt gab, aus Platzgründen die Fünft- und Sechstklässler aus Schlattingen nach Basadingen zu verlegen. Von einer Teilschliessung der Dorfschule wurde geredet. Besorgte Eltern gründeten den Verein «Faire Schule Diessenhofen».

Die Behörde blieb bei ihrem Entscheid, seit Beginn des Schuljahrs fahren die Schlattinger Kinder mit dem Velo zur Schule nach Basadingen. Dennoch scheinen sich die Wogen zwischenzeitlich zu glätten. Ein Dialog hat unter Mitwirkung von Kantonsvertretern stattgefunden. «Wir fühlten uns erstmals verstanden», sagt Thomas Burkhardt, Präsident von «Faire Schule». Auch die Schulbehörde will den Dialog konstruktiv weiterführen. An ihrer letzten Sitzung hat sie beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die Vorschläge für eine langfristige Sicherung des Schulstandorts Schlattingen erarbeiten soll. Nebst Vertretern aus Schule und Behörde wird auch der Verein «Faire Schule» in der Arbeitsgruppe mitwirken. Es habe für den Kindergarten bereits eine solche Arbeitsgruppe gegeben, diese werde man nun auf die ganze Schule ausweiten, sagt Schulpräsident Jörg Sorg.

Thomas Burkhardt ist über das Vorgehen der Behörde sehr erfreut, er würde es nun noch begrüssen, wenn die Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den anderen Dörfern der Schulgemeinde ergänzt würde: «Heute haben wir Schlattinger ein Problem mit der Schule, morgen sind es vielleicht andere.»

Wie geht es weiter?

Aufgabe der Arbeitsgruppe unter der Leitung von Schulleiter Urs Steinacher sei es nun, ein Konzept zu entwickeln, sagt Jörg Sorg. «Wir brauchen Lösungen, wie wir einen pädagogisch hochwertigen Unterricht in den vorhandenen Räumlichkeiten anbieten können – Lösungen, die gangbar und finanziell zu verkraften sind.» Gegebenenfalls werde die Behörde der Volksschulgemeinde einen Antrag auf einen Projektierungskredit unterbreiten.

Die Schulbehörde hat der Arbeitsgruppe keine Termine gesetzt. Dennoch – der Schulpräsident hofft auf baldige Lösungsansätze. Denn die Zahl der Kindergärtler wird in den kommenden Jahren zurückgehen. Würde sich also für Schlattingen eine Basisstufe anbieten, in der Kindergärtler und Erstklässler gemeinsam unterrichtet werden? «Das wäre eine Möglichkeit, um schwankende Schülerzahlen aufzufangen», sagt Jörg Sorg.

Rechtliche Grundlage fehlt

Für eine Basisstufe gibt es allerdings noch keine rechtliche Grundlage, sagt Beat Benkler, Leiter der kantonalen Schulaufsicht. Basisstufen wurden lediglich als Pilotprojekt bewilligt, die Ergebnisse würden nun ausgewertet, und voraussichtlich im Herbst 2012 wird der Kantonsrat über die Schulreform abstimmen.

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