Im Casino kämpft Ibsens «Volksfeind» gegen die Macht der Mehrheit

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Eine Szene aus dem Stück. (Bild: PD/Salih Usta)

Eine Szene aus dem Stück. (Bild: PD/Salih Usta)

Frauenfeld Der Wahrheit die Macht oder der Macht die Wahrheit? Mit dieser Frage setzt sich der norwegische Schriftsteller Henrik Ibsen (1828 bis 1906) in seinem gesellschaftskritischen Drama «Ein Volksfeind» auseinander. Das Stück kommt kommenden Dienstag, 7. Februar, auf Einladung des Theatervereins Frauenfeld im Stadtcasino zur Aufführung. Beginn ist um 19.30 Uhr. Um 18.45 Uhr findet im Hotel Blumenstein eine Einführung statt durch Deutschlehrerin Susanne Balmer von der Kantonsschule Frauenfeld.

Ibsen thematisiert eine Form von Idealismus, die an sich selbst scheitert. Was nützt das Recht ohne Macht? Ohne Mehrheit hinter sich bleibt jeder Einzelkämpfer nur Stein des Anstosses, wird zum Volksfeind. Das hat Ibsen selber erlebt. Und das hat Regisseur Rainer Erler in einer Neufassung des Dramas geschickt in eine aktuelle Version verpackt, die uns betrifft und betroffen macht. In der Produktion der Kempf-Theatergastspiele wird die Geschichte zum Kriminalfall.

Was soll er tun, der Badearzt Thomas Stockmann, der besorgt Wasserproben an die Universität nach Oslo sendet und von dort Gewissheit erhält: Das Wasser der Heilquellen ist verseucht. Eine Veröffentlichung dieser Tatsache würde den aufkeimenden Wohlstand des kleinen Kurortes Karlskrona vernichten.

Regisseur Erler zeigt in seiner Inszenierung alle Facetten einer «ehrenwerten Gesellschaft». Er lässt erkennen, ohne zu entblössen. (red)

Billette: Witzig The Office Company, Rheinstrasse 10, Frauenfeld oder an der Abendkasse.