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DUSSNANG. Die Glocken der St. Martinskapelle in Oberwangen verrichten seit dem 16. Jahrhundert täglich ihren Dienst. Jetzt benötigen sie eine Auffrischung. Und die Pfarrkirche in Dussnang bekommt einen hindernisfreien Aufgang.

Urs Bänziger
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Fünf Jahrhunderte sind nicht spurlos an den Glocken der St. Martinskapelle vorbeigegangen. (Bild: pd)

Fünf Jahrhunderte sind nicht spurlos an den Glocken der St. Martinskapelle vorbeigegangen. (Bild: pd)

Eine Glocke der St. Martinskapelle in Oberwangen bleibt für eine Weile stumm. Sie braucht unbedingt eine Auffrischung. Bei der jährlichen Routinewartung seien erhebliche Schäden entdeckt worden, welche dringend repariert werden müssten, informierte Kirchenpräsidentin Caroline Stäbler.

Die im 11./12. Jahrhundert erbaute Kapelle gehört zu den historisch wertvollen kirchlichen Bauten im Thurgau. Sie steht unter Bundesschutz. Wertvoll sind auch die beiden Glocken, welche seit dem 16. Jahrhundert ihren Dienst verrichten und täglich läuten.

Eine Rampe aus Edelstahl

Die katholischen Kirchbürgerinnen und Kirchbürger von Dussnang folgten dem Antrag der Behörde. Ein Glockenschweisswerk in Deutschland wird die Restaurationsarbeiten vornehmen, unter Aufsicht eines Bundesexperten, wie die Präsidentin mitteilte.

Mehr zu reden als die Glocke gab der geplante hindernisfreie Aufgang in die Pfarrkirche. «Etliche Bürger sind mit dem Anliegen auf die Behörde zugekommen, für die gehbehinderten Kirchenbesucher etwas zu machen», sagte Caroline Stäbler. Man habe verschiedene Möglichkeiten geprüft und sich schliesslich für eine filigrane Rampe aus Edelstahl entschieden, welche ohne bauliche Veränderungen beim Haupteingang plaziert werden könne. Einige Kirchbürger taten sich jedoch schwer mit dem Gedanken, dass ein Rampe vor dem Portal der Kirche zu stehen kommen soll.

Kein schöner Anblick

«Nicht nur die Martinskapelle, sondern auch unsere Kirche ist ein einmaliges Kunstwerk», gab ein Versammlungsteilnehmer zu bedenken. Er habe vollstes Verständnis für die Anliegen der gehbehinderten Besucher, «aber eine Rampe ist wahrlich kein schöner Anblick bei diesem wunderschönen Eingang zur Kirche.» Aus der Versammlung wurde angeregt, den gehbehinderten Zugang an einem Seiteneingang anzubringen. Diese Möglichkeit sei geprüft worden, aber nicht realisierbar, weil Säulen den Weg versperrten, antwortete Vizepräsident Cornel Stadler. Pfarrer Walter Rieser zeigte Verständnis. «Das Bild der Kirche ist Euch heilig, aber bitte denkt daran, dass sie auch für gehbehinderte Menschen zugänglich sein sollte. Die Rampe ist keine Verschönerung, aber sie ist zweckmässig.» Die Stimmberechtigten nahmen sich die Worte des Pfarrers zu Herzen und genehmigten schliesslich die Rampe.

Fernwärme für Pfarreiheim

Mit dem Budget 2013 – das bei einem unveränderten Steuerfuss von 27 Prozent einen Verlust von 90 000 Franken vorsieht – genehmigten die Kirchbürger auch den Anschluss des Pfarrhauses und des Pfarreiheims an das Fernwärmenetz der Hebbag in Balterswil. Es sei ökologisch sinnvoll, Energieressourcen aus der Region zu nutzen, betonte die Präsidentin.

Sie informierte zudem über die vorgesehenen Massnahmen am Innenhof der Unterkirche, wo die Wurzeln der grossen Bäume Wasserschäden verursachten. Sie sollen im nächsten Winter gefällt werden. In einem weiteren Schritt werden die Mauer saniert und eine neue Begrünung angelegt.

Präsidentin Caroline Stäbler. (Bild: urb)

Präsidentin Caroline Stäbler. (Bild: urb)

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