«Ich mache eine Nationalrat-Roger-Köppel-Torte»

Der Romanshorner Confiseur Urs Köppel freut sich für seinen Cousin. Dieser wurde am Wochenende mit einem Rekordergebnis in den Nationalrat gewählt. Urs Köppel will Roger Köppel nicht nur mit einer Torte ehren, sondern sieht für ihn bereits Möglichkeiten als Bundesratskandidat.

Martin Rechsteiner
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Urs Köppel, Inhaber Konditorei-Confiserie Köppel AG. (Bild: pd)

Urs Köppel, Inhaber Konditorei-Confiserie Köppel AG. (Bild: pd)

Urs Köppel, haben Sie seit den Wahlen schon etwas von Ihrem Cousin, Roger Köppel, gehört?

Urs Köppel: Ja, er hat mir vorgestern ein Email geschrieben. Ich glaube, in der Familie bin ich der einzige, der regen Kontakt zu ihm hat. Er sagte, er freue sich über das Resultat und stehe gerade voll im Einsatz. Das sei natürlich anstrengend. Zurzeit braucht Roger viel Kraft.

Wie erging es Ihnen, als Sie von der Wahl ihres Cousins in den Nationalrat erfahren haben?

Köppel: Ich bin unheimlich stolz und sehr erfreut. Natürlich habe ich keinen Augenblick daran gezweifelt, dass er es schafft. Aber mit diesem überlegenen Resultat: grosser Respekt. Diese Anerkennung vom Stimmvolk ist überwältigend. Wir können alle froh sein, dass wir diesen Mann im Nationalrat haben.

Weshalb?

Köppel: Roger ist sehr schlagfertig und intelligent. Ich staune auch immer wieder darüber, wie korrekt er andere zitieren kann.

Wie waren die Reaktionen auf die Wahlen in der Familie Köppel?

Köppel: Die Freude ist gross, obwohl in unserer Familie die politischen Denkweisen ziemlich gemischt sind, wie in jeder anderen Familie auch.

So kann man das sagen – Sie haben vor einigen Jahren für einen Sitz im Gemeinderat Romanshorn kandidiert, und zwar für die CVP.

Köppel: Das stimmt. Im Kopf war ich aber schon immer eher ein Sympathisant der SVP. Damals hat man mir in der Familie deshalb vorgehalten, ich sei in der falschen Partei.

In Ihrer Familie gibt es also viele politische Diskussionen?

Köppel: Klar reden wir über Politik. Wir, die Familie, waren es auch, die Roger immer wieder dazu angeregt haben, einen politischen Einstieg zu wagen. Er hat ja immer behauptet, dass dieser Schritt für ihn nicht in Frage komme.

Doch genau das sagt er nun auch auf die Ermutigung von Parteikollegin Natalie Rickli, für den Ständerat zu kandidieren.

Köppel: Der Ständerat wäre für Roger natürlich eine Möglichkeit, aber er könnte auf dem Treppchen problemlos auch noch eine Stufe höher steigen, in den Bundesrat. Stellen Sie sich Roger Köppel einmal als Aussenminister vor. Es steht ausser Frage, dass er in dieser Rolle überzeugen könnte. Aber bleiben wir auf dem Boden. Roger möchte im Nationalrat bleiben und da gehört er jetzt auch hin. Fürs Erste.

Besucht Sie Roger Köppel oft in Romanshorn?

Köppel: Leider ein bisschen zu wenig. Doch dann steht er plötzlich wieder einmal da mit seiner Frau und den Kindern. Ich freue mich immer sehr über seinen Besuch.

Werden Sie in Ihrer Confiserie oft auf Ihren Cousin angesprochen?

Köppel: Ja, das passiert schon ab und zu. Roger wird hier sehr geschätzt. Bis jetzt habe ich nur Positives gehört. Ist er wieder einmal bei einer Sendung in Deutschland zu Gast, dringt das Echo meist bis zu mir nach Romanshorn an die Ladentheke vor. Von Kunden oft angesprochen wird zudem Rogers Arbeit als Chefredaktor und Verleger der «Weltwoche». Die lesen die Gäste gerne in unserem Café.

Was ist das Besondere an Ihrem Cousin als Chefredaktor und Verleger?

Köppel: Er zeigt den Leuten, was Sache ist. Denken Sie beispielsweise an den Nationalbank-Skandal, den er mit seiner Zeitung ins Rollen gebracht hat.

Führen solche Berichte bei Ihren Gästen auch zu Diskussionen?

Köppel: Auf jeden Fall. Wir haben viele Stammkunden, die auch gerne einmal miteinander politisch diskutieren. Da fällt auch der Name meines Cousins hie und da. Ich höre dabei aber nur Gutes. Besonders jetzt nach den Wahlen ist Roger sehr beliebt. Das erfüllt mich mit Stolz.

Sie könnten Ihrem Cousin mit einer selbstgemachten Torte gratulieren.

Köppel: Ich habe damals schon die Torte für seine Hochzeit geliefert. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich hatte aber gestern morgen die Idee, eine «Nationalrat-Roger-Köppel-Torte» zu machen. Es ist aber erst ein Gedanke – ich habe noch keine Ideen für ein Rezept. Aber ich bin mir sicher, dass sie bei der Kundschaft auf grosse Beliebtheit stossen wird.