Ich habe mein Leben lang gut gegessen

Die Fertigsaucen hat mir Marta total abgewöhnt. Bevor ich Marta Wechsler kennenlernte, habe ich mir nie gross Gedanken über das Essen gemacht. Da bin ich abends öfters mal schnell zu McDonald's und habe mir einen Hamburger geholt. Das war okay.

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Nie um eine Pointe verlegen: Thomas Götz an seinem Schreibtisch in Weinfelden. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Nie um eine Pointe verlegen: Thomas Götz an seinem Schreibtisch in Weinfelden. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Die Fertigsaucen hat mir Marta total abgewöhnt. Bevor ich Marta Wechsler kennenlernte, habe ich mir nie gross Gedanken über das Essen gemacht. Da bin ich abends öfters mal schnell zu McDonald's und habe mir einen Hamburger geholt. Das war okay.

Aber jetzt mache ich das kaum mehr. Es gibt auch keinen Grund dafür, Marta kocht so gut. Selbst, wenn sie viel um die Ohren hat, wirkt sie beim Kochen ganz entspannt und konzentriert. Das bewundere ich. Kochen hat viel mit Kreativität zu tun, das habe ich von Marta gelernt. Sie macht sogar die Mayonnaise selber, und es ist wirklich ein Unterschied.

Der Deal mit dem Salat

Ich bin nicht so der Salat- und Gemüse-Typ. Martas Sohn Tobias, der bei uns lebt, geht es genauso. Wir Männer haben es gerne währschaft, unsere Lieblings-Beilage ist Fleisch. Marta hat mit uns einen Deal ausgehandelt: Sie brät uns Fleisch, und wir müssen dafür auch Salat essen. Das nehmen wir sportlich und Marta auch. Verbissen passt nicht zu uns. Aber es ist auch ein schönes Gefühl, wenn sich jemand um die Gesundheit des anderen sorgt.

Pasta geht immer

Ich passe selber ja nicht so auf. Ich esse einfach, was mir schmeckt. Das geht so in Richtung mediterran. Pasta könnte ich zum Beispiel jeden Tag essen oder Kartoffeln. Alles, was man so unter herzhafter Hausmannskost versteht. Vielleicht liegt es daran, dass meine Grossmutter Österreicherin war. Bei uns daheim gab es meistens reichhaltiges Essen. Meine Mutter hat die Traditionen meiner Grossmutter übernommen, es gab oft Knödel oder Spätzli. Auch mein Vater hat Talent als Koch. Er macht das beste Beefsteak-Tatar in der Ostschweiz. Wenn ich so nachdenke, muss ich sagen, dass ich immer gut gegessen habe, mein ganzes Leben lang.

Marta, Tobias und ich sind sehr viel unterwegs. Wann immer möglich, sitzen wir trotzdem einmal am Tag zusammen am Tisch. Meistens ist das der Abend. Wir kochen und essen nach dem Lustprinzip und probieren auch manchmal Neues aus. Vor kurzem haben wir spanische Tapas gemacht. Zehn verschiedene Gerichte, das hat richtig Spass gemacht und es war sehr gut.

Früher habe ich vor allem gesüsste Getränke bevorzugt. Heute greife ich lieber zu Hahnenwasser. Inzwischen habe ich das richtig gerne, und es ist ein guter Durstlöscher.

Wasser, weil ohne Kalorien

Ausserdem hat Wasser keine Kalorien. Ich sollte ja ein bisschen auf meine Figur und Gesundheit achten. Aber ich bin nicht der Typ, der Kalorien zählt. Abnehmen muss bei mir automatisch passieren, ohne, dass ich es merke. Manchmal esse ich auch den ganzen Tag wenig oder fast gar nichts, weil ich vor lauter Stress gar nicht dazu komme.

Dann besteht die Gefahr, dass man abends mehr isst, als man wollte. Und weil ich mit einem vollen Magen nicht auftreten kann, esse ich erst, wenn ich von der Vorstellung heimkomme. Das kann ziemlich spät werden.

Marta ist die Chefin

Wir haben sehr gerne Gäste. Wenn wir an einem Wochenende nichts vorhaben, laden wir eigentlich immer Freunde ein. Ich bin zwar nicht der begnadete Koch, aber ich helfe gerne. Marta ist die Chefin am Herd, und ich mache die Hilfsarbeiten.

Einkaufen gehen wir meistens zusammen. Das sind dann nicht die wöchentlichen Gross-Einkäufe. Lieber öfter und weniger. Es ist einfach, weil wir mitten in Weinfelden wohnen und zu Fuss gehen können.

Aufgezeichnet von Ida Sandl

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