«Ich freue mich nie auf Premieren»

Gaston Häni gehört zum Inventar des Zürcher Weihnachtszirkus Conelli. Seit 17 Jahren tritt der Arboner Clown mit Partner Roli auf dem Bauschänzli auf. Am Montag feiert das Programm 2014 Premiere.

Christoph Fust
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Gaston Häni ohne seine Verkleidung als Clown. (Archivbild: Mathias Frei)

Gaston Häni ohne seine Verkleidung als Clown. (Archivbild: Mathias Frei)

Freuen Sie sich auf die Premiere des diesjährigen Weihnachtszirkus?

Gaston Häni: Ich freue mich nie auf die Premiere. Ich hoffe immer, dass sie möglichst schnell vorbei ist. (lacht)

Weshalb?

Gaston: Ich bin angespannt, ich hoffe, die Technik funktioniert, und ich habe Lampenfieber. Das hat sich nach all den Jahren beim Zirkus nicht geändert. Nach der Premiere lässt das alles nach, und ich werde entspannter.

Auf was kann sich das Publikum dieses Jahr freuen?

Gaston: Roli und ich haben fünf Auftritte, verteilt auf die ganze Vorstellung, und tragen unsere Geschichten vor. Wir verbinden unsere Texte auch mit Musik. Am Schluss tragen wir ein längeres Stück Dialog vor. Das Zürcher Publikum ist sich das von uns gewohnt.

Wie schwierig ist es, dem Publikum immer etwas Neues zu bieten?

Gaston: Es ist tatsächlich schwierig, aber es hält jung. Ausserdem macht es uns weitsichtig und spontan. Wenn man hingegen bei einem Wanderzirkus engagiert ist, entwickelt sich ein Automatismus, man spielt an jedem Ort die genau gleiche Nummer. Diese Scheuklappen gibt es beim Circus Conelli nicht. In den 17 Jahren hier haben wir zweimal eine Nummer wiederholt.

Was ist anders am Publikum im Weihnachtszirkus?

Gaston: Zürich hat ein sehr subtiles Publikum, es reagiert nicht auf banale Sachen. Uns gefällt das, da wir das Feine, das Liebliche gern haben und nie unter die Gürtellinie zielen.

Was ist Ihre grösste Konkurrenz?

Gaston: Eigentlich haben wir keine Konkurrenz. Was wir machen, die klassische Clownerie – Geschichten mit Anfang und Ende – macht heute fast niemand mehr. Und Comedians in der Manege bringen uns Clowns eher dazu, noch besser zu sein. Abwechslung tut gut.

Braucht es Clowns auch zukünftig?

Gaston: Ich würde sagen, ja. Allerdings bedaure ich, dass die traditionellen Clowns langsam aussterben. Zirkusdirektoren klagen, sie fänden keine mehr.

Auf der Internetseite des Circus Conelli steht, Sie hätten einen Vertrag auf Lebzeiten.

Gaston: Davon weiss ich nichts. (lacht) Für mich sind die Auftritte im Circus Conelli aber immer ein Höhepunkt. Was Roby Gasser und sein Team jedes Jahr auf die Beine stellen, ist bemerkenswert. Für Roli und mich ist es ein wunderbarer Ort.

www.circus-conelli.ch