«Ich erschrak und liess alles fallen»

Durch Zufall hat Lehrling Patric Sutter ein Feuer im Lagerraum seiner Firma entdeckt. Er schlug Alarm – und verhinderte damit wohl Schlimmeres. Trotz verschiedener Chemikalien am Brandort bestand für die Öffentlichkeit keine Gefahr, sagt die Polizei.

Daniel Walt
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Das Feuer hat seine Spuren hinterlassen. (Bild: Kapo SG)

Das Feuer hat seine Spuren hinterlassen. (Bild: Kapo SG)

RICKENBACH. «Bei Chemikalien ist immer Vorsicht angezeigt», sagt Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der St. Galler Kantonspolizei, die am Dienstagvormittag einen Brand bei der Firma Wirag AG an der Wilerstrasse 224 in Rickenbach vermeldete.

Rezzoli berichtet von einer heiklen Ausgangslage, die sich den Einsatzkräften der ausgerückten Feuerwehr Kirchberg bot. Bei der Firma, die Nutzfahrzeuge verkauft und repariert, war in einem Lagerraum ein Feuer ausgebrochen. Darin befanden sich gemäss der Polizei diverse Chemikalien wie Öl, Aceton und Verdünner.

Kniehohe Flammen und Rauch

Entdeckt worden war das Feuer von Patric Sutter, dem 17jährigen Lehrling der Firma. «Ich war am Putzen in der Werkstatt und wollte frisches Putzmittel im Keller holen», sagt er. Der junge Mann öffnete die Türe zum Lagerraum, machte zwei, drei Schritte hinein – und sah kniehohe Flammen sowie schwarzen Rauch. «Ich erschrak und liess alles fallen», sagt Sutter. In der Folge schlug er Alarm. Die Kirchberger Feuerwehr rückte aus.

Brand rasch im Griff gehabt

Laut Patric Sutters Chef, Bruno Zuberbühler, befanden sich nicht nur Chemikalien im Lagerraum, sondern auch Pneus sowie Aluminium und Eisen. Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpften in der Folge den Brand.

Polizeisprecher Gian Andrea Rezzoli: «Aufgrund der Lagebeurteilung der Einsatzkräfte bestand keine Gefährdung für die Bevölkerung.» Weil die Kirchberger Feuerwehrleute das Feuer rasch im Griff hatten, wurde laut Rezzoli auch nicht die höchste Alarmstufe ausgelöst.

Betrieb leicht eingeschränkt

Inhaber Bruno Zuberbühler nimmt das Feuer und dessen Folgen gelassen. «Wir sind im Betrieb momentan zwar etwas eingeschränkt. Fahrzeuge waschen beispielsweise können wir mangels Strom im Moment nicht. Dies, weil die Kabel beim Feuer verbrannt sind», hält er fest. Patric Sutter seinerseits hat leichte Verletzungen davongetragen: Brandblasen an den Fingerspitzen sowie an einem Fussgelenk und an einer Wade. «Über Nacht habe ich alles eingecremt», sagt er – und ist froh, dass er aus Zufall vermutlich einen grösseren Brand in seiner Lehrfirma verhindert hat.

Die Brandursache wird derzeit vom Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei St. Gallen abgeklärt.