«Ich bin erschlagen»

ESCHENZ. Am Neujahrsapéro hat die Gemeinde den Eschenzer des Jahres ausgezeichnet. Für ausserordentliche Leistungen und 10'000 Stunden Freiwilligenarbeit wurde Gemeindeschreiber Thomas Fleischmann geehrt.

Margrith Pfister-Kübler
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Gemeindeschreiber Thomas Fleischmann (links) erhält von Gemeindeammann Claus Ullmann und Gemeinderätin Heidi Springmann eine besondere Uhr zur Ernennung zum Eschenzer des Jahres. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Gemeindeschreiber Thomas Fleischmann (links) erhält von Gemeindeammann Claus Ullmann und Gemeinderätin Heidi Springmann eine besondere Uhr zur Ernennung zum Eschenzer des Jahres. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Claus Ullmann strahlte. Er freute sich über den Grossaufmarsch der Eschenzer und Eschenzerinnen zum Neujahrsapéro. Die Musikgesellschaft Eschenz spielte heitere Melodien. Einen prächtigen Auftritt zelebrierten die Sternsinger, die Kinder und Jugendlichen vom Blauring und der Jungwacht. Sie starteten am Sonntag nach der Segnung in der Kirche zu ihrer Dreikönigstour. In diesen Tagen ziehen sie von Haus zu Haus bis in die entlegenen Höfe, sie singen und sammeln für eine Schule in Tansania.

Der eigentliche Seelsorger

Danach stieg die Spannung. Wer wird Eschenzer des Jahres? Thomas Fleischmann hätte die Ehrung längst verdient, wurde gemunkelt. «Aber der will so etwas nicht, er will nur dienen», ging durch die Reihen. «Eschenzer des Jahres ist Thomas Fleischmann», verkündete Gemeindeammann Claus Ullmann dann aber doch, während Gemeinderätin Heidi Springmann den Wanderpreis mit den eingravierten Namen in die Höhe hielt.

Fleischmann setzt sich seit 30 Jahren als Gemeindeschreiber nicht nur für seine amtlichen Aufgaben, sondern auch in seiner Freizeit für die Anliegen der Bevölkerung ein. «Er leistet einen ausserordentlichen Beitrag ans Gemeinwesen, er ist Imageträger fürs Dorf und leistet viel Freiwilligenarbeit. Er ist eine Festung und der eigentliche Seelsorger unserer Gemeinde», sagte Ullmann. Fleischmann habe in den vergangenen Jahren rund 10 000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Ohne dessen hohes Mass an selbstlosem, fürsorglichem freiwilligen Einsatz und ohne dessen Gemeinschaftssinn wäre vieles nicht möglich.

Der nicht enden wollende Applaus zeigte, dass die Bevölkerung die Würdigung mitträgt. Zur Auszeichnung gehört der Wanderpreis in Form einer Uhr. Als Geschenk durfte Fleischmann einen Gutschein für Fussball-Tickets des EM-Qualifikationsspiels Schweiz – Estland am 27. März entgegennehmen. Mit feuchten Augen sagte Fleischmann: «Ich bin erschlagen.» Er sagte, dass er aus Überzeugung und mit Herzblut immer für die Menschen da sein werde in dieser Zeit von grosser Hektik.

Carmen Haag in Eschenz

Im Rück- und Ausblick liess Ullmann das Jahr 2014 Revue passieren; die Sanierung der Hauptstrasse stand im Fokus. 2015 wird der Deckbelag eingebaut, und die Strasse wird während einer Woche gesperrt sein. Nach der Fertigstellung wird an einem Samstagmorgen auf der autofreien Hauptstrasse gefeiert, bevor diese dem Verkehr übergeben wird. Am 31. Juli wird Regierungsrätin Carmen Haag die 1.-August-Ansprache halten.