«Hygiene ist unglaublich wichtig»

Nachgefragt bei Pferdezüchter Hans Grunder

Drucken
Teilen

Auf Ulrich Kesselrings Hof hat die Kantonspolizei Thurgau am Montag rund 90 Pferde und über 100 andere Tiere angetroffen. Hans Grunder, Nationalrat und ehemaliger BDP-Schweiz-Präsident, züchtet und verkauft selber Pferde. 70 Tiere leben auf seinem Hof im bernischen Hasle-Rüegsau. Er sagt: Ein Hof in Kesselrings Grösse benötigt sehr viel Arbeit.

Hans Grunder, wie muss man sich einen Betrieb mit über 90 Pferden vorstellen?

Ich kenne die Verhältnisse in Hefen­hofen nur aus den Medien. Daher kann ich nur Mutmassungen treffen. Fest steht jedoch, dass die Anzahl Pferde gewaltig hoch ist. Der damit verbundene Aufwand ist enorm, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Was gilt es besonders zu beachten?

Pferde brauchen viel Pflege und Bewegung. Und das jeden Tag. Zudem ist die Hygiene im Stall unglaublich wichtig.

Warum?

Die Tiere sind sehr krankheitsanfällig. Das Futter muss stets einwandfrei sein. Pferde haben einen kleinen Magen und leiden auch darum häufig an Koliken. Nicht umsonst sagen Tierärzte, dass der Pferdemagen eine Fehlkonstruktion ist.

Wie viele Leute arbeiten auf Ihrem Betrieb?

Neben meiner Familie sind es ungefähr sieben Vollzeitstellen. Das Züchten von Pferden ist intensiv und anspruchsvoll.

Wie viel kostet die Verpflegung eines Pferdes?

Je nach Pferdezusammensetzung sind die Kosten für einen Betrieb unterschiedlich. Im Schnitt rechne ich für die Verpflegung eines Tieres jedoch zwischen 300 und 600 Franken monatlich.

Es heisst, auf Kesselrings Hof seien nicht nur Pferde gewesen, die ihm selber gehören, sondern auch solche, die nur dort eingestellt waren. Wer ist für sie verantwortlich?

Die Gesundheit des Pferdes liegt in der Verantwortung des Eigentümers, nicht in der des Halters. Wenn jemand irgendwo ein Pferde gegen Miete unterbringt, muss er sich trotzdem um die Gesundheit des Tieres kümmern. (don)