Hugentobler will lange bleiben

Der frischgewählte Matzinger Gemeindeammann Walter Hugentobler ist enttäuscht, dass sein SVP-Konkurrent nicht an den Wahlapéro gekommen ist. Er freut sich aber auf sein Amt und hat den Kopf voller Ideen.

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SP-Mann Walter Hugentobler sucht eine Zusammenarbeit mit der SVP. (Bild: Reto Martin)

SP-Mann Walter Hugentobler sucht eine Zusammenarbeit mit der SVP. (Bild: Reto Martin)

Herr Hugentobler, wie haben Sie den Wahlkampf erlebt?

Walter Hugentobler: Am Anfang ein bisschen seicht. Das Wahlpodium war nicht ausgesprochen tiefgründig. Dann wurden die üblichen Flugblätter verteilt. In der Schlussphase gab es noch ein paar Gehässigkeiten, die nicht nötig gewesen wären.

Was meinen Sie damit?

Hugentobler: Es wurden Gerüchte über Kandidaten kolportiert. Und es wurde viel schwarz-weiss gemalt, von wegen SP-Mann. Ich finde es schade, dass sich Kandidat Stefan Straub, der 261 Stimmen erhalten hat, nicht am Wahlapéro gezeigt hat. Das ist eine Ohrfeige für alle, die ihn gewählt haben.

Das Dorf ist zweigeteilt zwischen Ihren Befürwortern und Gegnern. Wie wollen Sie das Dorf einen?

Hugentobler: Durch Präsenz und Transparenz. Das Dorf ist nicht erst seit dem Wahlkampf gespalten zwischen den Scharfmachern und den Kooperationsbereiten.

SVP-Präsident Siegfried Steiner hat versucht, einen linken Gemeindeammann zu verhindern. Hat er Ihnen zur Wahl gratuliert?

Hugentobler: Ja, er ist an den Apéro gekommen, hat mir die Hand gegeben und ist wieder gegangen.

Werden Sie sich mit Steiner treffen und eine Zusammenarbeit anstreben?

Hugentobler: Ja, ich werde ganz sicher mit «Matzingen Aktiv» Kontakt aufnehmen, der Vereinigung der Parteipräsidenten, bei der auch Steiner dabei ist. Für mich ist klar, dass es eine Zusammenarbeit geben muss. Ich habe übrigens auch Stimmen aus der SVP erhalten. Ich kenne SVP-Exponenten, die mir ihre Unterstützung zugesichert haben.

Welche Themen wollen Sie in Matzingen angehen?

Hugentobler: Das, was im Wahlkampf am meisten genannt wurde: die Verkehrsproblematik. Ich möchte mich schnell auf den Stand bringen und schauen, was zusammen mit dem Kanton schon aufgegleist worden ist. Das muss jetzt vorwärtsgehen. Die Gestaltung eines Dorfzentrums und der Verkehr hängen eng zusammen.

Was schwebt Ihnen für ein Dorfplatz vor?

Hugentobler: Eine Begegnungszone für Jung und Alt. Ein Platz, ungefährdet von motorisiertem Verkehr, wo Kinder spielen und ältere Menschen reden können.

Eine der zur Diskussion stehenden Verkehrslösung setzt voraus, dass das rote Schulhaus abgerissen würde.

Hugentobler: Vielleicht bin ich da ein bisschen nostalgisch, da ich dort in die Schule gegangen bin. Das rote Schulhaus sollte nicht abgerissen werden. Es hat eine Geschichte.

In welcher Frist wollen Sie eine Verkehrslösung umsetzen?

Hugentobler: Das ist eine Frage der demokratischen Prozesse. Innerhalb meiner ersten Legislatur muss ein Projekt bewilligt werden können.

Was sind Ihre Pläne für die Jugend?

Hugentobler: Ich habe mich schon zweimal für einen Jugendtreff in Matzingen eingesetzt und werde das wieder tun.

Am Wahlpodium haben Sie sich mit einem 60-Prozent-Pensum einverstanden erklärt. Sie haben ausserdem versprochen, nach vier Jahren für eine zweite Amtsperiode anzutreten. Bleiben Sie dabei?

Hugentobler: Im Grundsatz schon, aber ich kann Ihnen nicht versprechen, dass ich unterwegs nicht unter ein Tram komme (lacht). Wenn nicht irgendetwas Gravierendes passiert, mach ich dieses Amt so lange wie möglich.

Interview: Melissa Müller