Hüttwilersee-Turm hat neue Finkli

Wanderer im Seebachtal, aufgepasst! Seit vorgestern ist der Aussichtsturm am Hüttwilersee wieder offen. Die Plattform war seit vergangenem Mai gesperrt, weil die Turmpfosten zu faulen begonnen hatten.

Mathias Frei
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Der Turm ist wieder geöffnet: Joggi Rieder, Geschäftsführer der Stiftung Seebachtal, geniesst die Aussicht auf den Hüttwilersee. (Bild: Mathias Frei)

Der Turm ist wieder geöffnet: Joggi Rieder, Geschäftsführer der Stiftung Seebachtal, geniesst die Aussicht auf den Hüttwilersee. (Bild: Mathias Frei)

HÜTTWILEN. «Zehn Jahre lang stand er gut», sagt Joggi Rieder, Geschäftsführer der Stiftung Seebachtal. Aber dann habe man Spuren von Fäulnis an den Turmpfosten entdeckt – und den über fünf Meter hohen Aussichtsturm aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Turm war ein Geschenk

Im Herbst 2003 bekam die Stiftung vom Kiwanis-Club Frauenfeld und vom Thurgauer Vogelschutz den stattlichen Turm aus Weisstannen-Holz geschenkt. Unweit des Hüttwiler Strandbads entwickelte er sich zu einer kleinen Attraktion für Spaziergänger. Denn die Sicht über den See ist beeindruckend.

Der Zahn der Zeit nagte aber am Holz, also eigentlich waren es Mikroorganismen, die das Holz faulen liessen. Vergangenen Mai sperrte die Stiftung deshalb den Zugang zum Turm.

Problematisch sei das feuchte Milieu zwischen Moorboden und Luft gewesen, das etwa einen Meter des Holzpfostens betreffe, sagt Rieder. «Dort war das Holz teils zur Hälfte durchgefault.» Im Boden seien die Pfosten so fest wie Pfahlbauten gestanden. Über drei Meter gehen sie in den Untergrund. Und alles, was wieder trocknen könne, sei auch wenig heikel.

«Die Stiftung hat verschiedene Arten einer Sanierung diskutiert», sagt Rieder. Möglich wären Verstärkungen mit Beton oder Stahlträgern gewesen. Schliesslich habe man sich gegen solche Materialien im Moorboden entschieden – und für Verstrebungen aus Eichenholz. Sie überbrücken die faulen Stellen zwischen dem unversehrten Holz im Boden und in der Luft.

Zehn bis zwanzig Jahre fest

Für die Turmsanierung musste die Stiftung 16 000 Franken aufwenden. Unter anderem kam auch ein Kleinbagger zum Einsatz. «Aufgrund der Attraktivität des Turms war ein Abbruch für uns keine Option», sagt Rieder. Mit den neuen Finken aus Eichenholz soll der Turm nun sicher wieder die nächsten zehn bis zwanzig Jahre halten.