Hüttwilersee blüht blau und rot

HÜTTWILEN. Es stinkt und leuchtet violett: Im Hüttwilersee hat sich nun doch noch eine Algenblüte gebildet. Biologin Margie Koster erwartet, dass das Phänomen bald wieder verschwindet.

Gudrun Enders
Merken
Drucken
Teilen
Die absterbenden Blaualgen Lyngbya färben das Wasser blau, hinzu kommen Purpurbakterien.

Die absterbenden Blaualgen Lyngbya färben das Wasser blau, hinzu kommen Purpurbakterien.

Die Scheidenblaualge Lyngbya hat sich massenhaft vermehrt. Nach dem warmen Sommer wunderte sich Biologin Margie Koster, die beim Amt für Umwelt in der Abteilung Gewässerqualität arbeitet, dass sich Ende August keine Blüte anbahnte. Nun ist es doch noch passiert.

Sterben die Blaualgen ab, bleibt eine Gallertmasse zurück, die auftreibt. Zersetzen sich die Matten, geht der Sauerstoff aus. Damit kommen wiederum Purpurbakterien prima zurecht. Ihre rote Farbe im blauen Algenteppich ergibt die lila Verfärbung. Genau das passiert gerade am Hüttwilersee. Ausserdem stinkt die Masse gewaltig – was jedoch keinesfalls auf Gülle zurückzuführen ist, wie viele bei der ersten grossen Blüte dieser Art meinten. Die Wasserqualität des Hüttwilersees ist erwiesenermassen ausgezeichnet.

Bald wieder vorbei

«Zurzeit wird es von Stunde zu Stunde schlimmer», sagt Biologin Koster. «Ich erwarte, dass die Blüte nicht lange andauert.» Es ist kalt, da sollten die Algenteppiche bald absinken und verschwinden.

Einmal im Monat schaut Koster am Hüttwilersee vorbei. Denn seit Jahren bilden sich dort im Herbst Algenblüten. 2013 trat erstmals die Blaualge Lyngbya auf. Sie vermehrte sich explosionsartig und gab ihr stinkendes und farbintensives Schauspiel. Mitunter setzen Blaualgen während der Blüte schlimme Gifte frei, was die eisernen Schwimmer bedenken sollten, die immer noch im Hüttwilersee baden gehen. «Die meisten Anwohner wissen inzwischen gut Bescheid», sagt Koster. Sollte es aber Reklamationen hageln, wird die Biologin wieder Informationstafeln aufhängen.

Westwind ist ungünstig

Koster hat beobachtet, dass die Windrichtung eine wichtige Rolle spielt. In diesem Jahr trieb ein Westwind die Algenmatten in die Badi, wo sie sich zurzeit im Bereich für Nichtschwimmer zersetzen. Kommt der Wind aus einer anderen Richtung bemerkt kaum jemand eine etwaige Algenblüte. Die Badi ist dann blitzblank.

Matten von verfaulenden Blaualgen sammeln sich im Bereich für Nichtschwimmer. (Bilder: Klaus Wicker)

Matten von verfaulenden Blaualgen sammeln sich im Bereich für Nichtschwimmer. (Bilder: Klaus Wicker)