HÜTTWILEN: Thurgauer Tribüne an der Ski-WM

Die Nüssli AG liefert an der Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz einen Teil der Infrastruktur. Projektleiter Otmar Keller spricht über den Aufbau bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad.

Rahel Haag
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Aus Sicherheitsgründen begann der Aufbau der Zuschauertribüne in St. Moritz bereits im Herbst. (Bild: PD/Otmar Keller (Oktober 2016))

Aus Sicherheitsgründen begann der Aufbau der Zuschauertribüne in St. Moritz bereits im Herbst. (Bild: PD/Otmar Keller (Oktober 2016))

Rahel Haag

rahel.haag

@thurgauerzeitung.ch

Am Montag beginnen in St. Moritz die alpinen Ski-Weltmeisterschaften – mit Thurgauer Beteiligung. Zwar nicht auf den Skiern, dafür aber in Form der Infrastruktur. Bereits im Oktober begann die Nüssli AG aus Hüttwilen mit dem Aufbau der Zuschauertribüne im Zielbereich. Dort finden 5000 Zuschauer Platz. «Aus Sicherheitsgründen musste das noch vor dem ersten Schnee gemacht werden», sagt Projektleiter Otmar Keller. Stände die Tribüne auf Schnee, hätte es bei einer Wärmephase brenzlig werden können. «Dann wäre unter Umständen die Stabilität gefährdet gewesen.»

Das Wetter sei der zentrale und gleichzeitig unberechenbare Faktor bei den Aufbauarbeiten. Im Januar sei das Wetter perfekt gewesen, «aber extrem kalt», sagt Keller. In der Nacht und am Morgen seien die Temperaturen auf minus 20 Grad gefallen. Bei diesen Gegebenheiten draussen zu arbeiten, sei speziell. Da müsse man sich warm anziehen und zwischendrin aufwärmen. Gerade für die Mitarbeiter, die auf der Piste arbeiteten, sei das aber schwierig gewesen. «Dort war jeweils einer mit einer Thermoskanne Tee unterwegs.»

Aufbau mit Hilfe eines Helikopters

Speziell war auch der Aufbau der 30 Kameratürme entlang der Piste. Das Material wurde per Helikopter geliefert. Dafür musste es verpackt werden. Pro Turm waren drei bis fünf Pakete nötig – jedes höchstens 650 Kilogramm schwer. Hier war eine gute Organisation wichtig, jedes der 130 Pakete musste am richtigen Ort ankommen. «Zudem ist die Flugminute eines Helikopters teuer», sagt Keller. Am Ende ging alles gut. Auch die Bühne im Dorf, wo am Montag die Begrüssungszeremonie stattfindet, stammt aus Hüttwilen. Hinzu kommen ausserdem diverse Unterkonstruktionen für Kommentatorenboxen und Fernsehstudios.

Während des Aufbaus mussten Keller und sein Team, das je nach Arbeit aus sechs bis 25 Mitarbeitern bestand, flexibel sein. Im Dezember hätten sie einmal spontan nach St. Moritz fahren müssen. «Dann muss man eben ein wenig jonglieren.» Im Vergleich zu anderen Projekten sei gerade die Distanz aussergewöhnlich. «Wenn man etwas vergessen hat, fährt man drei Stunden», sagt Keller. Trotz Kälte und Herausforderungen mag er Aufträge dieser Art. Gerade, weil sie eigentlich im Sommer Hauptsaison hätten. «Und an die Arbeit draussen sind wir uns gewöhnt», sagt er und lacht.

So weit sei in St. Moritz aus Sicht der Nüssli AG alles bereit. Jetzt gehe es nur noch um Kleinigkeiten. Er selber reist am Dienstag wieder ins Engadin. Die Atmosphäre an einem solchen Anlass sei immer schön. «Da vergisst man dann auch die ärger­lichen Momente, in denen man geflucht hat.»