HÜTTWILEN: Mehr Räume für die Schule

Die Primarschule platzt aus allen Nähten. Ein Erweiterungsbau soll das Problem lösen. Die Stimmbürger bewilligten dafür einen zusätzlichen Planungskredit.

Evi Biedermann
Merken
Drucken
Teilen
Die Visualisierung zeigt den geplanten Anbau auf der Westseite des Primarschulhauses. (Bild: PD)

Die Visualisierung zeigt den geplanten Anbau auf der Westseite des Primarschulhauses. (Bild: PD)

Evi Biedermann

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Im Schulhaus, das vor 30 Jahren für 60 bis 70 Kinder gebaut wurde, gehen aktuell 90 Primarschüler ein und aus, hinzu kommen 14 Kindergärtler. Weil die Platzverhältnisse Kinder und Lehrer einengen, findet seit einiger Zeit der Unterricht auch in zwei Räumen der angrenzenden Sekundarschule statt.

Diese unbefriedigende Situation soll mit einem Erweiterungsbau beseitigt werden. Die ersten 50000 Franken für einen entsprechenden Planungskredit ­haben die Stimmbürger bereits vor einem Jahr bewilligt, an der Schulgemeindeversammlung am Donnerstag gaben sie grünes Licht für weitere 30000 Franken. Damit wird das über zwei Millionen Franken teure Projekt im Detail ausgearbeitet, damit es dem Stimmbürger am 15. Mai zur Abstimmung vorgelegt werden kann. «Wird es angenommen, muss mit einer Erhöhung des Steuerfusses um vier Prozent ­gerechnet werden», sagte Schul­präsidentin Natascha Maier. Die Grobplanung ist abgeschlossen, das Frauenfelder Architektenbüro Bruno Stäheli präsentierte die Skizzen eine Stunde vor Versammlungsbeginn.

Drei neue Klassenzimmer mit Gruppenräumen

Geplant ist ein Anbau auf der Westseite mit drei Klassenzimmern sowie drei Gruppenräumen, einem Schulleiterbüro und Logopädiezimmer auf zwei Stockwerke verteilt. Im Dachgeschoss dazu ein Raum für die Logopädie und ein Invaliden-WC.

Der Abstimmung über den Zusatzkredit ging eine lebhafte Diskussion mit vielen Wortmeldungen voraus. Heftig dagegen und somit auch gegen das ganze Projekt wehrte sich ein Sekundarlehrer: Die Schülerzahlen seien zwar momentan hoch, «aber sie nehmen wieder ab». Zudem berief er sich auf den Neubau 2012 der Sekundarschule, in dem heute mehr als genug Platz vorhanden sei. Er hält die Nutzung von zusätzlichen Räumen der Sekundarschule deshalb für sinnvoll.

Widerspruch liess nicht lange auf sich warten. Der neue Thurgauer Lehrplan stelle die Schule vor grosse Veränderungen. «Wir werden lernen müssen, mit und in Gruppenräumen zu arbeiten», sagte Sekundarschulpräsident Fredi Himmelberger. Zudem könne die Sekundarschule nicht einfach beliebig Räume vermieten. Drei Mütter wiesen darauf hin, dass den Kindern für den Wechsel zwischen den beiden Schulhäusern nur wenig Zeit zur Verfügung stehe. «Da geht wertvolle Unterrichtszeit verloren, und es erzeugt viel Unruhe.» Ein Votant bemängelte die unklare Kostenübersicht. Ursprünglich habe man von 690000 Franken gesprochen, in der Botschaft von zwei Millionen Franken und nun bereits von 2,4 Millionen Franken. «Wo führt das noch hin?», fragte er. Die 690000 Franken seien für den Container berechnet worden, der anfangs im Gespräch war, erklärte Martin Hübscher vom Planungsbüro Exent. Der Betrag habe mit dem aktuellen Projekt nichts zu tun. Die jüngste Zahl indes bezieht sich auf einen Preis von 6000 Franken pro Quadratmeter Nutzfläche. Das Erweiterungsprojekt ­basiert auf rund 420 Quadrat­metern, was zu Kosten von 2,4 Millionen Franken führt.

Alle Behördenmitglieder wiedergewählt

Letztlich sprachen sich 47 von 63 Stimmberechtigten für den Zusatzkredit aus. Für Anfang Mai ist nochmals ein Infoanlass über das Erweiterungsprojekt geplant. Abgestimmt wurde auch über die Behördenmitglieder, die sich alle zur Wiederwahl stellten. Es sind dies Natascha Maier als Präsidentin, Nicole Haag, Simon Vetterli, Doris Zani und Regula Lobsiger. Ebenfalls wiedergewählt wurden die beiden Revisoren Sepp Hagen und Bruno Fink.