HÜTTWILEN: Die Lurchenretter

Seit 20 Jahren bringen freiwillige Helfer der Amphibienhilfe Seebachtal Frösche und Molche in Sicherheit. 40000 Exemplare hat der Vereine seit seiner Gründung gerettet.

Margrith Pfister-Kübler
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Silvia Ehrensberger, Lynne Stutz und Heidi Bachmann bei ihrem nächtlichen Amphibien-Rettungseinsatz. (Bild:)

Silvia Ehrensberger, Lynne Stutz und Heidi Bachmann bei ihrem nächtlichen Amphibien-Rettungseinsatz. (Bild:)

Schutzzäune und je nach Wetter Strassensperrungen haben die Amphibienretter im Seebachtal längst aufgestellt. Rund um den Hüttwiler-, Hasen- und Nussbaumersee kennen sie die Amphibienwanderstrecken und finden die Tiere fast wie im Schlaf. Es sind die Strecken Hüttwilen–Nussbaumen, Uerschhausen–Oberstammheim, Buch–Uerschhausen und bei der Brücke beim Parkplatz Nussbaumersee.

Abends und in aller Herrgottsfrühe sind sie unterwegs mit Stirnlampen, Kübeln und Leuchtwesten: Die Retterinnen und Retter sammeln Erdkröten, Grasfrösche, Laubfrösche, Bergmolche, Teichmolche, Fadenmolche und Kammmolche ein und bringen sie über die Gefahrenstellen in die sichere Freiheit.

Unermüdliche Gründerin an der Spitze

Dass sich Lynne Stutz, Ressortleiterin Amphibienschutz vom Natur- und Vogelschutzverein Seebachtal, in allem auskennt, was es für ein solches Unterfangen braucht, ist kein Zufall. Seit der Lancierung der Rettung im Jahr 1997 ist Stutz der Motor und hat in den 20 Jahren mit ihren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern rund 40000 Amphibien gerettet. «Ideen haben ist eines, aber man muss es auch tun», betonte sie im Rahmen des 20-Jahre-Jubiläums des Vereins.

Dickes Lob für die «unglaubliche Leistung» gab es von Humbert Entress, Präsident der Stiftung Seebachtal. Ein grosses Dankeschön gelte jedoch auch den Verkehrsteilnehmern, die aufgrund der nächtlichen Strassensperre zwischen Uerschhausen und Oberstammheim den Umweg in Kauf nähmen, so Lynne Stutz. Von den maximal zwölf amtlich genehmigten Strassensperrungen hat die Amphibienwanderung im Frühjahr 2016 zehn Sperrnächte benötigt. Für 2017 gibt es noch keine Zahlen, denn die Amphibien wandern noch ungefähr bis Ende März weiter.

Die Aufgaben der Amphibienhilfe sind eng umrissen. Die Jahresfangstatistiken der eingesammelten Amphibien zeigen vor 20 Jahren die Rettung von 400 Kröten, Fröschen und Molchen – jetzt sind es pro Jahr insgesamt zwischen 2000 bis 3000 Amphibien. «Das langsame Befahren der Sammelstrecken sowie die Benützung der Um­fahrung bei nächtlicher Stras­sensperre wissen wir sehr zu schätzen», betont Sandro Bauer, Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Seebachtal (NVS). Bauer ist stolz, dass die Visionen des NVS Naturverständnis er­wecken und sie auch weitervermittelt werden.

Leicht erhöhte Mitgliederbeiträge

Die Jahresgeschäfte an der kürzlich durchgeführten Jahresversammlung gingen zügig über die Bühne. Die Mitgliederbeiträge wurden für Einzelpersonen von 20 auf 30 und für Familien von 25 auf 40 Franken erhöht. Diese gelten ab 2018. Biologin Petra Zajec bereicherte den Anlass mit einem Vortrag über das Auengebiet Egg­rank-Thurspitz. An der Westfassade am Altbau der Sekundarschule Hüttwilen hat der NVS zehn Kunstnester an der neu renovierten Fassade und über die ganze Länge der Westfassade Kotbretter angebracht. Diese Mehlschwalbennester am Sekschulhaus werden künftig durch den NVS betreut. Markus Bauer, Ressort Vogelschutz, sprach von 113 kontrollierten Nisthöhlen.

Margrith Pfister-Kübler

frauenfeld

@thurgauerzeitung.ch