HÜTTWILEN: Anschauen, nicht gleich heiraten

Nach Nussbaumen geben auch die Schulbürger aus dem Nachbardorf grünes Licht, eine Zusammenarbeit zu prüfen. Der Schulhausanbau ist aber derzeit dringender.

Evi Biedermann
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Catalin Frischknecht, seit November Schulleiterin ad interim, informiert. (Bild: Evi Biedermann)

Catalin Frischknecht, seit November Schulleiterin ad interim, informiert. (Bild: Evi Biedermann)

Evi Biedermann

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Der Gedanke einer Fusion liegt schon seit Längerem in der Luft. Das Projekt wurde jedoch 2015 gestoppt, nach zweijähriger Arbeit der beiden Schulbehörden Nussbaumen und Hüttwilen. Der Grund dafür war ein Wechsel im Hüttwiler Schulpräsidium. Nun hat eine achtköpfige Bürgergruppe das Thema wieder aufgenommen. In ihrem Antrag fordert sie beide Schulbehörden auf, eine engere Zusammenarbeit zu prüfen. Vor einer Woche hat Nussbaumen dem Begehren zugestimmt, unter dem Vorbehalt, dass auch Hüttwilen so entscheide (die TZ berichtete).

Werden die Kinder hin- und hergeschoben?

Das ist nun an der Schulgemeindeversammlung am Donnerstagabend geschehen: Mit 40 Ja- zu 7-Nein-Stimmen sagten auch die Hüttwiler Schulbürger Ja. Anwesend waren 51 Stimmberechtigte und 14 Gäste.

Der Abstimmung war eine emotionale Diskussion vorangegangen. Ängste wurden geäussert, dass Kinder zwischen den beiden Schulstandorten hin- und hergeschoben werden könnten, um Klassenbestände zu sichern. Eine Votantin meinte, der Antrag komme zu spät und verwies auf den aktuellen Ausbau des Schulhauses Geeren. «Vor einem Jahr haben wir uns für einen Anbau entschieden und dafür den Steuerfuss erhöht.» Vonseiten der Bürgergruppe wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass es sich beim Antrag um einen reinen Prüfantrag handle. «Es geht nicht um den Entscheid zukünftiger Schritte», sagte Florin Arnold, sondern darum, die Vor- und Nachteile einer engeren Zusammenarbeit zu eruieren und dabei zu klären, in welchen Bereichen eine Zusammenarbeit sinnvoll wäre. «Es geht uns allen gut», ergänzte Fredi Himmelberger, «es ist jetzt an der Zeit, die Fragen der Zukunft zu klären». Die Schulbehörde hat nun ein Jahr Zeit, diese Fragen zu klären. Ihre eigene Meinung zu einer engeren Zusammenarbeit indes gab sie nicht preis. «Wir werden das machen, was die Schulversammlung wünscht und entscheidet», sagte Präsidentin Natascha Maier.

Mit grossem Mehr angenommen wurde auch die Neugestaltung des Eingangbereichs. Dieser soll im Rahmen des laufenden Schulhausanbaus vergrössert und zweckmässiger werden. Unter der Bedingung, dass die geschätzten 80000 Franken dafür im bewilligten Baukredit Platz haben. «Wir sind finanziell und auch bei den Bauarbeiten auf Kurs», versicherte Bruno Stäheli, dessen Architekturbüro das 2,1-Millionprojekt betreut.

Zwei Rücktritte – aber nur halbwegs

In der Behörde kommt es zu einem Wechsel. Simon Vetterli tritt aus der Schulbehörde zurück. Seinen Rücktritt hat auch der Rechnungsrevisor Bruno Fink bekannt gegeben. Beide Männer wurden jedoch nur vorübergehend verabschiedet, denn der ehemalige Hüttwiler Sekundarlehrer Fink wurde in zwei Anläufen letztlich mit einem Glanzresultat von 50 Stimmen in die Schulbehörde gewählt – und Vetterli auf Anhieb als Rechnungsrevisor. Die Wiederholung der geheimen Wahl in die Schulbehörde war notwendig, weil im ersten Wahlgang 52 Zettel eingeworfen wurden. Einer mehr als Stimmberechtigte anwesend waren.