Hürdenrennen auf der Grossen Allmend

Der Rennverein schliesst das Geschäftsjahr 2015/16 mit einem kleinen Verlust ab. Schuld daran ist nicht allein das schlechte Wetter.

Stefan Hilzinger
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Rennpferd und Reiter setzen über den Wassergraben. (Bild: Reto Martin (Frauenfeld, 9. Juni 2014))

Rennpferd und Reiter setzen über den Wassergraben. (Bild: Reto Martin (Frauenfeld, 9. Juni 2014))

Armee, Open Air und Pferderennen tragen den Namen Frauenfelds über den Röstigraben hinweg, seit Jahren und Jahrzehnten schon. Doch für den bald hundertjährigen hiesigen Rennverein ist Organisation und Durchführung der jährlich vier bis fünf Renntage kein lockerer Trab, sondern eher ein Hindernisrennen mit Wassergraben, wie sich an der Generalversammlung am Donnerstag im «Sternen» zeigte.

Das Budget für die Handvoll Anlässe jährlich liegt weit über einer Million Franken. Sponsoren, Eintritte, Bruttoeinnahmen aus der Festwirtschaft sind wichtige Einnahmequellen. Dazu kommen die Beteiligung am Wettgeschäft und sogenannte Nenngelder, welche die teilnehmenden Pferdebesitzer dem Veranstalter entrichten. Doch nicht alle Quellen sprudeln immer gleich gut.

Stabile Sponsoren, weniger Zuschauer

Die Sponsoren haben dem Rennverein in der vergangenen Saison die Stange gehalten. Rund 700 000 Franken steuerten sie zur Deckung der Unkosten bei, sogar mehr als erwartet. Allein 100 000 Franken kommen vom Turfclub Frauenfeld. Schlechter sieht es bei den Einnahmen aus Eintritten und bei den Nenngeldern aus. «Wir hatten fünf Renntage, und an allen hat es geregnet», sagte Christoph Müller, Präsident des Rennvereins. Die Rückschau auf die Saison sei daher mehr Wetter- als Sportbericht. Unter den Erwartungen blieben auch die Nenngelder. «Die Startfelder sind zu klein», sagte Rennchef Michael Schmid. Die kleinen Felder und der Rückgang bei den Zuschauern hätten überdies das Wettgeschäft getrübt, so dass hier weniger Geld in die Kasse des Rennvereins floss als erwartet. Mehraufwand gab es wegen des schlechten Wetters für den Unterhalt der Grasbahn während der Rennen. Statt eines Gewinns von 20 000 Franken resultierte letztlich ein Verlust in etwa gleicher Höhe.

Die finanziellen Herausforderungen zeigten sich schon Anfang Jahr. Der Rennverein sah sich genötigt, Preisgelder zu reduzieren und sich von der langjährigen Leiterin des Sekretariats zu trennen. Das traditionelle Hürdenrennen am Pfingstmontag konnte nur durchgeführt werden, weil ein Sponsor kurzfristig einsprang. «Wir haben die wesentlichen Ziele erreicht», sagte Präsident Müller dennoch. Etwas finanzielle Entlastung – wenigstens in der Bestandesrechnung – bringt die Liquidation der Genossenschaft Pferderennbahn. Ihr schuldete der Rennverein rund ein halbe Million Franken. Darauf hat die Genossenschaft nun verzichtet.

2017 gibt es vier Renntage mit den Pfingstrennen am 5. Juni als Auftakt. Dazu kommt das Fahrturnier an Pfingsten. Weitere Informationen unter: www.rennverein.ch.