Hündeler reichen Petition ein

Seit in der Grossen Allmend die neue Benutzerordnung eingeführt wurde, gelten dort neue Spielregeln. Die Gegner haben mobilisiert und rund 1400 Unterschriften gesammelt. Die Petition haben sie gestern beim Kanton eingereicht.

Samuel Koch
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Silvana Tschudi, Leiterin der Regierungskanzlei (2. v. l.), nimmt die rund 1400 Unterschriften von Petitionär Tom Brechet (Mitte) entgegen. Unterstützt wird er von weiteren Gegnern der neuen Benutzerordnung in der Grossen Allmend und den Vierbeinern Kenai, Lili, Sweety und Jessy. (Bild: Reto Martin)

Silvana Tschudi, Leiterin der Regierungskanzlei (2. v. l.), nimmt die rund 1400 Unterschriften von Petitionär Tom Brechet (Mitte) entgegen. Unterstützt wird er von weiteren Gegnern der neuen Benutzerordnung in der Grossen Allmend und den Vierbeinern Kenai, Lili, Sweety und Jessy. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Tom Brechet hat einen grösseren Aufmarsch vor dem Regierungsgebäude erwartet. «Es ist schade, dass nicht alle gekommen sind, die einmal zugesagt haben», meint er. Trotzdem hat sich eine kleine Gruppe von Gegnern der neuen Benutzerordnung in der Grossen Allmend Frauenfeld eingefunden – mit zusätzlicher Unterstützung von Kenai, Lili, Sweety und Jessy.

Tom Brechet hat gestern eine Petition mit rund 1400 Unterschriften beim Kanton eingereicht. «Wir wollen nur den Streifen zwischen Damm und Thur zurück», sagt er, denn dieser sei sowieso Überschwemmungsgebiet. Der Hündeler aus Pfyn ist fast täglich mit seinen zwei Whippet-Hunden in der Grossen Allmend unterwegs. Seit die neue Benutzerordnung Anfang März eingeführt wurde, wehrt er sich gegen die Leinenpflicht und dagegen, dass sich Hündeler, Rösseler und Wanderer nur noch auf den vorgegebenen Wegen aufhalten dürfen. «Wir möchten die Allmend auch weiterhin als Ort der Begegnung und Lebensfreude erhalten», sagt er.

Mit der Idee angesteckt

Angefangen hat für Brechet alles mit der Facebook-Gruppe «Allmend Frauenfeld offen für alle». Innert weniger Tage erhielt er mehrere hundert Sympathiebekundungen in Form von Likes – mittlerweile sind es über 1600. «Das hat mich in meiner Arbeit bekräftigt, und die Idee für die Online-Petition ist entstanden», sagt er. Innert weniger Wochen registrierten sich viele Unterstützer im Internet. Brechet verteilte Flyer und gewann andere Hündeler für seine Idee. «Einige haben sehr fleissig Unterschriften gesammelt und sich stark engagiert», sagt Brechet.

Eine davon ist Barbara Bolli, die sich von der Idee anstecken liess. «Es ist einfach nur schade, dass in der Grossen Allmend niemand mehr ans Wasser darf», sagt sie – gerade jetzt im Sommer. Viele Naturfreunde würden jetzt etwa in den Murg-Auen-Park ausweichen, wo es wieder Probleme gebe, sagt sie mit Unverständnis. «Dort aber baden viele Kinder.»

Auch Beatrix und Roger Mock verstehen die neuen Regelwerke in der Grossen Allmend nicht. «Seither gibt es auf den Wegen viele Komplikationen mit Velofahrern oder Inline-Skatern», sagt Roger Mock. Viele würden sich heute auf den noch begehbaren Wegen förmlich auf den Füssen herumtrampeln. «Wir verlangen nur einen Ort, wo Hunde frei laufen gelassen werden, Rösseler galoppieren und Wanderer Zugang zum Wasser haben können», ergänzt Tom Brechet. Zuerst plazierte er seinen Wunsch bei der Stadt Frauenfeld. «Der Stadtrat meinte aber, dass der Kanton die richtige Behörde für unser Anliegen ist», sagt Brechet.

Zuweisung am 8. August

Bei der Staatskanzlei, ihre Büros sind im Regierungsgebäude, hat Silvana Tschudi die Petition entgegengenommen. Die Leiterin der Regierungskanzlei bestätigt den Empfang der Unterschriften und sichert die Weitergabe zu: «An der Sitzung des Regierungsrates vom 8. August wird die Petition dem zuständigen Departement zugewiesen.»

Tom Brechet gibt sich zuversichtlich, obwohl er auch sagt: «Die Mühlen in der Politik mahlen nicht so schnell.»