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HOMBURG: 70 Jahre Liebe

Elsy und Louis Herzog-Ulmer feiern morgen Gnadenhochzeit. Sie standen trotz unterschiedlicher Konfessionen zueinander und zogen gemeinsam zwei Söhne gross.
Salome Preiswerk Guhl
Elsy und Louis Herzog-Ulmer können morgen auf 70 Ehejahre zurückblicken. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Elsy und Louis Herzog-Ulmer können morgen auf 70 Ehejahre zurückblicken. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Salome Preiswerk Guhl

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Das Alter sieht man Elsy und Louis Herzog-Ulmer nicht an. Die rüstigen Rentner sind 90 res­pektive 93 Jahre alt und feiern morgen Mittwoch, 22. November, ihren 70. Hochzeitstag, die Gnadenhochzeit.

Ohne zu jammern, blickt das Ehepaar auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. «Das war noch was, als wir am 22. November 1947 mit der Hochzeitsgesellschaft im Klösterli Frauenfeld auf den Pfarrer warten mussten. Die Köchin hatte nämlich vergessen, ihn an die Trauung zu erinnern», erzählt Elsy Herzog-Ulmer und schmunzelt.

Am «Suuser-Sonntag» hat es gefunkt

Ihre Liebe begann an einem «Suuser-Sonntag» in der «Traube», Hörhausen, 1946. Zwischen Louis Herzog, 23 Jahre alt, von der Schmitte Homburg und der 20-jährigen Elsy Ulmer aus Hörhausen hatte es gefunkt. Das junge Paar gehörte allerdings nicht derselben Konfession an, für die damalige Zeit ein kleiner ­Skandal. Die beiden liessen sich ­jedoch nicht einschüchtern und standen zueinander. Nach der Heirat zog Elsy zu Louis und seinen Eltern nach Homburg und mit der Geburt von Louis junior 1947 wuchs die Familie noch näher zusammen. Vier Jahre später komplettierte Sohn Urs die junge Familie.

«Als wir noch kein Auto hatten, machten wir jeweils mit unseren Buben zu viert auf unserer Motosacoche ein Sonntagsausfährtchen, einmal sogar bis ins Tessin», sagt Elsy Herzog-­Ulmer. Das wäre heute wohl ­undenkbar. Überhaupt haben die Herzogs viel unternommen, im Winter gingen sie Ski fahren, die Sommerferien verbrachten sie meist auf dem eigenen Schiff auf dem Unter- und Bodensee. Dreimal liessen sie sogar ihr Segelboot an die Adria transportieren und genossen jeweils drei Wochen Ferien auf dem Meer. Später reisten sie mit dem Camper durch halb Europa. Beide waren ausgesprochene Vereinstypen und engagierten sich viele Jahre aktiv im Samariterverein, Töffclub, Shanty-Chor, Schützenverein, Segelclub, Männerchor und im Ornithologischen Verein.

Vom Ehemann oft bekocht

«Wir haben schon allerhand erlebt und waren zum Glück immer gesund», das glaubt man Elsy Herzog-Ulmer aufs Wort. Sie spritzte ihrem Schwiegervater und dessen Bruder täglich Insulin, half bei Geburten in der Nachbarschaft, servierte im nahegelegenen Gasthaus Löwen, strickte, nähte, häkelte und erledigte sämtliche Schreibarbeiten inklusive Inkasso für den familieneigenen Schmiedebetrieb. Im Gegenzug habe Louis oft gekocht, sagt sie. Auch heute noch sind beide tätig, er in der Schmitte, sie im Garten und im Haus.

Eine Redewendung, die von Elsy Herzog-Ulmer gerne verwendet wird, lautet: «Der Mensch denkt, und der in der oberen Stube – der liebe Gott – lenkt.» Und dieser Spruch könnte nicht passender für das Jubilarenpaar sein – beide strahlen eine innere Zufriedenheit aus und nehmen das Leben dankbar an, wie es kommt.

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