HOLZ: Waldesruhe beim Vorstand

Waldbesitzer beschlossen, die Zertifizierung für umwelt­schonende und sozialverträgliche Holzproduktion zu erneuern.

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Zu den Dauerthemen wie Holzpreis, Eschenwelke, Borkenkäfer seien Diskussionen um Inwertsetzung der Waldleistungen dazugekommen im vergangenen Jahr. Georg Müller, Präsident ad interim von Wald Thurgau, begrüsste 109 anwesende Stimmberechtigte von den Verbänden mit insgesamt 9000 Waldeigentümern und zahlreiche Vertreter von weiteren Vereinen, Verbänden und der Regierung, darunter Regierungspräsidentin Carmen Haag und Nationalrat Daniel Fässler, Präsident von Wald Schweiz, zur Delegiertenversammlung. Der Vorstand wolle informieren, aber auch Informationen von der Basis erhalten, um sich korrekt im aktuellen Spannungsfeld zu verhalten.

Beim Thema Wahlen in den Vorstand schien im Saal die «Waldesruhe» nachzuwirken. Niemand meldete sich auf den Appell von Müller, sich für den Vorstand oder das Präsidentenamt zu melden. So konnten die Abgänge von Walter Schönholzer und Urban Brütsch, der jetzt im Vorstand von Wald Schweiz ist, nicht ersetzt werden.

«Wir haben gute Planungsgrundlagen»

Die FSC-Zertifizierungsperiode läuft im Oktober 2018 aus. Paul Koch, Revierförster und FSC-Auditor, berichtete, dass der Kanton St. Gallen sich für die Minimal­variante entschieden habe. Jedoch seien die Waldorganisationen in jedem Kanton anders: «Im Thurgau haben wir gute Planungsgrundlagen. Wir haben Forstreviere, in denen jeder Waldbesitzer dabei sein muss.» Für FSC-zertifiziertes Holz sind Bedingungen in Produktion und Verarbeitung einzuhalten, die einem hohen Umweltstandard entsprechen, sozialverträglich und ökologisch sind, erklärte Georg Müller das Label. Der Antrag des Vorstands, im Grundsatz das FSC-Label ab Oktober 2018 zu erneuern, wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Hingegen stimmte die Versammlung entgegen dem Vorstand, welcher die Minimalvariante vorschlug, der Maximalvariante zu.

Trudi Krieg

thurgau@thurgauerzeitung.ch