Holz aus der Region

RESTZUCKER

David Angst
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Der Aufruf ist eindringlich, und er verfehlt seine Wirkung nicht. Kantonsförster Daniel Böhi und Regierungsrätin Carmen Haag appellieren an die Bevölkerung, einheimisches Holz zu brauchen. In Lengwil werden bereits die ersten Pappeln gefällt.

In Weinfelden gibt die Schulbehörde bekannt, das nächste neue Schulhaus werde eine Holzkonstruktion sein. Das Siegerprojekt heisst Phoenix und steht direkt auf einem unterirdischen Notspital. Von daher kann also dieses Mal nichts schiefgehen.

Der Aufruf unserer Waldministerin in Ehren. Aber man sollte ihn nicht überinterpretieren. Der Bewohner eines Einfamilienhauses in Steinach liess drei Bäume fällen, die ihm vor der Sonne standen. Dummerweise nicht auf seinem eigenen, sondern auf Boden der Gemeinde, weswegen der Mann nun ein kleines Problem mit dem Gemeinderat hat. Nun gut, es sollte in einem liberalen Staat doch noch drinliegen, dass der mündige Bürger die Probleme selber löst – wenn der Staat es nicht tut.

Mehr Freiheit, weniger Staat. Das finden auch die Jäger, wenn es um die Fuchsbaujagd geht. Wozu soll etwas verboten werden, was ohnehin niemand macht? Der «Citoyen Chasseur» ist schliesslich verantwortungsvoll genug, um zu entscheiden, wohin er seinen Hund schicken will. Der «Citoyen Chasseur» hat nicht die geringste Absicht, das zu tun. Aber es nervt ihn, wenn der Staat ihm im Wald dreinredet. Als nächstes wird einem noch verboten, im Tarzankostüm zu jagen. Kein Jäger käme auf diese Idee. Aber es geht ums Prinzip. Und darum, die Tierschützer gleich von Anfang an zu stoppen. Sonst heisst es eines Tages, ehe man sich versieht, man dürfe das Wild nur noch mit blossen Händen erlegen.

David Angst

david.angst

@thurgauerzeitung.ch