Hoher Pegel und Traumwetter

Am Wochenende hat das Rheinfest in Diessenhofen wieder Heerscharen von Gästen angelockt. Die Diessenhofer Pontoniere durften sich trotz weiterhin hochstehender Wellen wegen des Hochwassers auch bei Petrus bedanken.

Ernst Hunkeler
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Ein Fest für alle Sinne: Die Sitzplätze am Rheinufer waren am Samstagabend restlos besetzt. (Bild: Ernst Hunkeler)

Ein Fest für alle Sinne: Die Sitzplätze am Rheinufer waren am Samstagabend restlos besetzt. (Bild: Ernst Hunkeler)

DIESSENHOFEN. Die Grösse der temporären Diessenhofer Partymeile war beeindruckend. Über hundert Meter zog sich das diesjährige Diessenhofer Rheinfest vom Griess über das gesamte Gelände der Diessenhofer Pontoniere bis hinab zum grossen Barzelt. Mit 1800 von insgesamt 2700 auf der Uferwiese aufgestellten Sitzplätzen waren zwei Drittel stets unter freiem Himmel und deshalb wetterabhängig. Der Rest verteilte sich auf die Festhütten auf der Schlagerinsel und dem Fischzelt.

Apropos Fischzelt: Es war der Ort, an dem die berühmten Forellenfilets frittiert wurden und vor welchem sich die längsten Warteschlangen stauten. Wer einen köstlichen Fischteller ergattern wollte, musste ihn sich verdienen.

Mit Taucher im Rhein verankert

Der sonst öffentliche Platz auf dem Griess verwandelte sich zur Schlagerinsel: eine separate Partydomäne während des Pontonierfests direkt am Rheinufer. Und um die Insel für die Gäste gut erreichbar zu machen, bauten die Gastgeber jeweils eine fachgerechte Pontonbrücke. Die Kombination aus Tanz- und Orchesterbühne stellt ein grösseres Kaliber eines baulichen Kunstwerks dar. Um dafür möglichst wenige Sitzplätze opfern zu müssen, haben die Organisatoren die Stahlkonstruktion im ufernahen Wasser aufgebaut. Das Stahlgerüst wurde an Land zusammengeschraubt, dann mit einem Kran in den Rhein gehievt und dort von den beiden Pontonier-Tauchern Andreas Arni und Thomas Brauchli verankert. Auch die gesamte übrige Infrastruktur des Festes – von den Zelten bis hin zu den Buffets – wurde traditionsgemäss von den rund 70 aktiven Diessenhofer Pontonieren bereitgestellt. Mit dabei waren auch einige Veteranen, wie dem Diessenhofer Pontonier-Methusalem Adolf Brütsch, welche die Aktiven in der Vorwoche meist abends mit einem selbst gekochten Nachtessen versorgten. Der frühere Präsident Brütsch packte mit seinen 88 Jahren weiterhin kräftig mit an.

Musik für jeden Geschmack

Das Pontonierfest dauerte am Samstag von 17 bis nachts um 4 Uhr und am Sonntag von 10 bis 22 Uhr. Während dieser Stunden gingen nicht nur kulinarische Köstlichkeiten und Tranksame mit so nautischen Namen wie «Kaffee Rhiijungfrau» über die Tische, auch musikalisch kamen die Gäste aus nah und fern auf ihre Rechnung. Die Bands Borut Sturmfrei, Gipsy Singers, Party Tiger, Pepi Hug's Firewall sowie die DJs Letz Fetz und Soni sorgten für Klangkulissen, die für jeden Geschmack etwas bereit hielten.

Geschätzte 6000 Besucher

Weil keine Eintrittsgelder erhoben wurden, kann die Anzahl Gäste nur geschätzt werden. Pressechef Lennard Zimmermann ging von rund 6000 Besuchern aus. Neben Geniessern, die über den Rest des Jahres mit dem Pontonierwesen nichts zu tun haben, waren wie gewohnt auch Delegationen der Vereine aus Schaffhausen, Stein, Ellikon und Schwaderloch AG vor Ort.

Mag die Wettkampfbilanz der Diessenhofer Pontoniere in diesem Jahr auch nicht ganz so berauschend ausgefallen sein – ihr Rheinfest war ein voller Erfolg. Präsident Andreas Hanhart und OK-Chef Roland Itel können zufrieden sein.