Hoch oben im höchsten Amt

Bei Radio S übernimmt Daniel Bachmann das Zepter. Der Radio-Verein wählte den Frauenfelder Spitalpfarrer zum neuen Präsidenten.

Evi Biedermann
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Im Radiostudio: Markus Gräub, Technik, Daniel Bachmann, Präsident. (Bild: Evi Biedermann)

Im Radiostudio: Markus Gräub, Technik, Daniel Bachmann, Präsident. (Bild: Evi Biedermann)

FRAUENFELD. Daniel Bachmann war schon verschiedentlich tätig bei Radio S, nun hievten ihn die Mitglieder des gleichnamigen Vereins ins höchste Amt. Auf der höchsten Ebene des Kantonsspitals, wo sich auch das Studio des spitalinternen Senders befindet. «Zu allem bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kind», scherzte der Spitalseelsorger nach seiner Wahl. Dass er nun Präsident wurde, sei wieder so eine Überraschung. Sein Vorgänger Simon Kälin gab nach nur einem Jahr im Amt den Rücktritt. Der Wirtschaftsrecht-Student hat in Luzern ein Master-Studium begonnen und wohnt mittlerweile auch dort. Die neun Jahre bei Radio S seien für ihn mehr als eine Freizeitbeschäftigung gewesen, sagte der 25-Jährige, der wie das ganze Team ehrenamtlich arbeitet. «Es war gewissermassen Wellness.» Nur an wenigen Orten könne man so gut abschalten wie in einem Radiostudio.

Über 10 000 Musiktitel

Radio S sendet tagsüber nonstop Musik und erfreut Patienten im Kantonsspital Frauenfeld sowie die Bewohner des Alterszentrums Park abends auch mit Live-Sendungen. Am meisten Zuspruch findet das Wunschkonzert am Sonntagabend. Patienten können aus über 10 000 Titeln ihre Wunschmelodie wählen. Ins Studio gelangen die Wünsche entweder durch den Idem-Dienst, dessen Mitarbeiterinnen die Patienten wöchentlich besuchen, oder mittels der Formulare, die im Erdgeschoss neben dem Briefkasten von Radio S aufbewahrt sind. Über die Website können auch Externe Musikwünsche an Spitalpatienten schicken. Regelmässig in die Patientenzimmer übertragen wird auch der Sonntagsgottesdienst aus der Spitalkapelle.

Der neue Präsident will sein Amt «mit der Taktik der kleinen Schritte» angehen, wie Daniel Bachmann sagte. Auf sein Anliegen hin wurde der Vorstand verstärkt und mit drei Neuen aufgestockt. Entsprechend wurden auch die Statuten ergänzt. Neu muss der Vorstand aus mindestens fünf Mitgliedern bestehen. Nun sind es deren sieben. Neu gewählt wurden nebst dem Präsidenten Sonja Altenburger (Programmchefin), Sonja Burkhard und Michael Stöckli (Musikchef und Webmaster).

Reich an guten Gefühlen

Knapp fünf Quadratmeter Raum stehen den Radio-S-Mitarbeitern zur Verfügung. Dieser wird ihnen vom Spital gratis zur Verfügung gestellt. Ansonsten finanziert sich der Verein selber durch die Beiträge der aktuell 64 Mitglieder sowie der Kirche und wenigen Sponsoren. «Reich sind wir nicht», sagt Simon Stöckli. «Dafür zufrieden und glücklich, dass wir mit unserem Programm so viele Menschen erreichen.»