Historischer Verein streift durch Bischofszeller Gärten

BISCHOFSZELL. Der Historische Verein des Kantons Thurgau hat sich am Samstag mit der unerforschten Geschichte der Bischofszeller Gärten befasst.

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Seit März 2015 ist das Stadtmodell wieder öffentlich zu besichtigen. (Bild: pd)

Seit März 2015 ist das Stadtmodell wieder öffentlich zu besichtigen. (Bild: pd)

BISCHOFSZELL. Der Historische Verein des Kantons Thurgau hat sich am Samstag mit der unerforschten Geschichte der Bischofszeller Gärten befasst. Die 100 Teilnehmer der Jahresversammlung besichtigten einen Pfarrgarten, einen ehemaligen Totenacker, der heute als Spielplatz dient, und zwei kleinere Gartenanlagen. Als besonders prächtig erwies sich ein historisch anmutender Privatgarten, der in den letzten dreissig Jahren erstellt wurde. Wenig erfreut zeigte sich der Besitzer, als er auf den in seinen Buchsbäumen nistenden Buchsbaumzünsler hingewiesen wurde, wie der Historische Verein mitteilt.

Zwanzig Jahre daran gearbeitet

Die Geschäftsführerin des Historischen Museums Bischofszell, Alexandra Rückert, vertiefte das Gartenthema anhand eines Modells der Stadt Bischofszell, das selber eine Sehenswürdigkeit darstellt. Geschaffen wurde es vom Hafner Ernst Hohermuth (1914–1980), der sich 20 Jahre damit beschäftigte. Hinweise zur Architektur fand er in Ansichten, Publikationen und im Gespräch mit Fachleuten. Besonders die Planvedute von 1760/70 war ihm ein wichtiges Dokument. Im Modell sind auch neue Elemente enthalten: eine Trafostation oder die Beschriftung der Pizzeria da Mario. Das Modell stand, als Geschenk an die Stadt, im alten Steigschulhaus und in einem Zivilschutzraum. Es verschwand in der Dunkelheit und allmählich aus der Erinnerung der Bevölkerung. Seit 1. März 2015 steht es aufgefrischt im Museum an der Marktgasse 4, wo ihm ein eigener Raum gewidmet ist.

Legate-Fonds aufgelöst

Im statutarischen Teil in der Kornhalle genehmigten die Mitglieder die Auflösung des Legate-Fonds. Eine unübersichtliche Staatsrechnung möge einer Regierung Handlungsspielraum gewähren, kommentierte Vereinspräsident André Salathé. In einem Verein sei eine unübersichtliche Rechnung sinnlos. Zur Finanzierung eines Extrabands der «Thurgauer Beiträge zur Geschichte» wurden 2015 dem Legate-Fonds 40 000 Franken entnommen. Es handelte sich um die Aufarbeitung der Geschichte des Kinderheims Fischingen; der Band war gleich nach Erscheinen ausverkauft. Der Historische Verein veröffentlicht seit 1861 jährlich einen Beitrag zur Thurgauer Geschichte. (red.)