Historische Fotos der Kliniken

Am Festakt zum 175-Jahr-Jubiläum von Spital und Psychiatrie in Münsterlingen wurde auch eine Fotoausstellung eröffnet.

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Eine der alten Ansichten der Klinik Münsterlingen. (Bild: pd)

Eine der alten Ansichten der Klinik Münsterlingen. (Bild: pd)

MÜNSTERLINGEN. Spitaldirektor Stephan Kunz und Gerhard Dammann, Direktor der Psychiatrischen Klinik, begrüssten rund 140 Gäste zur Jubiläumsfeier in Münsterlingen. Geladen waren ehemalige Mitarbeitende, Vertreter von Politik und kantonaler Verwaltung, Kadermitglieder des Spitalcampus und Zuweiser. Alt Ständerat Philipp Stähelin hielt die Festrede mit historischem Rückblick, und Gesundheitsdirektor Jakob Stark überbrachte ein Grusswort. Kleine, grosse und sehr grosse Schritte führten vom Klosterspital zum modernen Spitalcampus. «Münsterlingen hat keine allzu zentrale Lage, aber eine zentrale Bedeutung», sagte der Regierungsrat. Und Stähelin wünschte: «Möge weiterhin viel Gutes gelingen, auf beiden Seiten von Münsterlingen.»

Zwangsjacke war gestern

Die geladenen Gäste konnten sich die Fotoausstellung mit rund 70 historischen Fotos und Ansichten des Spitals ansehen. Den Anfang machten 1840 drei Patienten in der Kantonalen Krankenheilanstalt und elf im Asyl für Geisteskranke. Ein Gefährt zum Krankentransport, ein alter befüllter Medizinschrank und eine Zwangsjacke sind neben den zahlreichen Gruppenfotos ehemaliger Mitarbeiter und alter Einrichtungen zu sehen. Sie stehen symbolisch für die Vergangenheit. Zwangsjacken galten früher als unverzichtbar, um Patienten ruhigzustellen. Heute sind es die Medikamente, die Akutsituationen entschärfen.

Die Schwarzweissfotos zeigen Gruppen von Menschen, die zur Entfaltung der Klinik beigetragen haben. Mehrere Generationen einer Familie etwa arbeiteten als Handwerker, in der Pflege, in der Küche und den Betrieben. Die Ausstellung wird umgeben von Bäumen in Pflanztrögen, den Wunschbäumen. Die Besucher haben die Möglichkeit, dort auf Anhängern Gedanken, Wünsche und Hoffnungen anzubringen.

Ausstellung im Staatsarchiv

In psychiatrischen Krankengeschichten, die ab 1840 aufbewahrt und heute im Thurgauer Staatsarchiv gelagert sind, konnten von Patienten erstellte kleine Kunstwerke gefunden werden. In der Ausstellung «Auf der Seeseite der Kunst» im Museum im Lagerhaus St. Gallen werden einige davon aktuell gezeigt und sind ab 1. April im Staatsarchiv in Frauenfeld zu sehen. (red.)

Die Fotoausstellung kann in den Eingangsbereichen des Spitals und der Psychiatrie besichtigt werden.